{"id":1372,"date":"2013-02-04T08:00:47","date_gmt":"2013-02-04T07:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.henle.de\/blog\/de\/?p=1372"},"modified":"2015-05-21T13:49:41","modified_gmt":"2015-05-21T11:49:41","slug":"komponisten-auf-der-warteliste-%e2%80%93-oder-wir-mochten-gerne-durfen-aber-noch-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2013\/02\/04\/komponisten-auf-der-warteliste-%e2%80%93-oder-wir-mochten-gerne-durfen-aber-noch-nicht\/","title":{"rendered":"Komponisten auf der Warteliste \u2013 oder: Wir m\u00f6chten gerne, d\u00fcrfen aber (noch) nicht"},"content":{"rendered":"<div class=\"mceTemp\">\n<div class=\"mceTemp\"><\/div>\n<\/div>\n<div id=\"attachment_1377\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/01\/220px-Dmitri1.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1377\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-1377\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/01\/220px-Dmitri1-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1377\" class=\"wp-caption-text\">Dmitri Schostakowitsch<\/p><\/div>\n<p>\u201eWarum gibt\u2019s bei Henle nicht das ber\u00fchmte Klaviertrio von Schostakowitsch?\u201c oder: \u201eWann kommt endlich die siebte Klaviersonate von Prokofjew?\u201c Solche Fragen zu unserem Programm erh\u00e4lt das Lektorat immer wieder einmal. <!--more--><br \/>\nSie sind zun\u00e4chst ja auch sehr naheliegend, denn von einem Verlag, der sich auf die Klavier- und Kammermusik der so genannten klassischen Musik spezialisiert hat, darf man erwarten, dass nicht nur die herausragenden Werke des 17. bis 19. Jahrhunderts, sondern auch diejenigen des j\u00fcngst vergangenen Jahrhunderts, die \u201eKlassiker der Moderne\u201c, im Verlagsverzeichnis vertreten sind.<\/p>\n<div class=\"mceTemp\"><\/div>\n<div id=\"attachment_1398\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/01\/prokofjew-s1.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1398\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-1398\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/01\/prokofjew-s1-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1398\" class=\"wp-caption-text\">Sergei Prokofjew<\/p><\/div>\n<p>Aber es gibt nicht nur gewichtige Gr\u00fcnde, um eine Urtextedition eines Werkes zu realisieren, sondern auch solche, um es <em>nicht<\/em> zu tun. Genauer gesagt, sind es drei Vorbehalte, wovon zwei unmittelbar einleuchtend sind, n\u00e4mlich die Verkaufsaussichten und die Quellenlage. Es liegt auf der Hand, dass sich die Ausgaben rechnen und die Quellen f\u00fcr eine neue kritische Edition zug\u00e4nglich sein m\u00fcssen. Ein dritter Grund ist noch gewichtiger, aber nicht so stark im allgemeinen Bewusstsein verankert: Das Werk darf, um es ohne g\u00fcltigen Vertrag mit dem Komponisten oder seinen Rechtsnachfolgern edieren zu k\u00f6nnen, nicht mehr urheberrechtlich gesch\u00fctzt sein.<\/p>\n<p>Das heute durch die digitale Pr\u00e4sentation von gesch\u00fctzten Noten erneut hei\u00df diskutierte Urheberrecht mit genau festgelegten Schutzfristen f\u00fcr musikalische Werke haben sich Musiker und Komponisten \u00fcber Jahrhunderte hinweg St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck erk\u00e4mpft. War urspr\u00fcnglich der leitende Gedanke f\u00fcr eine mit dem Tod des Urhebers beginnende Schutzfrist die Versorgung der Hinterbliebenen, so nutzen die (Rechts-)Erben heute oft die Tantiemen aus Ver\u00f6ffentlichungen und Auff\u00fchrungen auch gezielt zur F\u00f6rderung der Musik des Verstorbenen. Als Beispiel sei die in der Schweiz ans\u00e4ssige Fondation Hindemith genannt, die aus den Einnahmen der gesch\u00fctzten Werke das Hindemith Institut in Frankfurt\/Main finanziert, das den Nachlass des Meisters verwahrt und erforscht sowie die Gesamtausgabe seiner Werke erarbeitet.<\/p>\n<p>Unterschiedliche nationale Traditionen und Rechtsauffassungen verhinderten bislang eine weltweit einheitliche Schutzfrist, die Dauern reichen von 50 Jahre (China, Japan) bis 100 Jahre (Mexiko). Bis 1996 waren auch in Europa zum Teil erheblich voneinander abweichende Fristen ma\u00dfgeblich, beispielsweise 70 Jahre in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz, 50 Jahre in Gro\u00dfbritannien, 80 Jahre in Spanien sowie 84,8 Jahre (70 + 14,8 Jahre als Entgelt f\u00fcr Verluste w\u00e4hrend der beiden Weltkriege) in Frankreich. Immerhin wurde seither f\u00fcr die Mitglieder der Europ\u00e4ischen Union die Dauer der Schutzfrist auf 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers verbindlich festgelegt \u2013 eine Regelung, der sich inzwischen viele weitere europ\u00e4ische und au\u00dfereurop\u00e4ische L\u00e4nder angeschlossen haben. F\u00fcr die USA gilt seit 1998 eine zwischen Autor und Unternehmen als Rechteinhaber differenzierende <a href=\"http:\/\/copyright.cornell.edu\/resources\/docs\/copyrightterm.pdf\" target=\"_blank\">Regelung zwischen 70 und 95 Jahren<\/a>.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns bedeutet die 70-j\u00e4hrige Schutzfrist, dass die Werke von Prokofjew (\u2020 1953) und Schostakowitsch (\u2020 1975) sowie von vielen weiteren Komponisten noch eine Weile warten m\u00fcssen, bis sie das ber\u00fchmte Henle-Blau zieren wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWarum gibt\u2019s bei Henle nicht das ber\u00fchmte Klaviertrio von Schostakowitsch?\u201c &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2013\/02\/04\/komponisten-auf-der-warteliste-%e2%80%93-oder-wir-mochten-gerne-durfen-aber-noch-nicht\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[347,3,425,424],"tags":[109,108,107,106],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1372"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1372"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1372\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1372"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1372"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1372"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}