{"id":2152,"date":"2013-09-30T08:00:48","date_gmt":"2013-09-30T06:00:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.henle.de\/blog\/de\/?p=2152"},"modified":"2013-09-30T12:00:30","modified_gmt":"2013-09-30T10:00:30","slug":"eine-falschung-und-wenn-von-wem-zu-den-schlusstakten-in-mozarts-blaserquintett-kv-452","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2013\/09\/30\/eine-falschung-und-wenn-von-wem-zu-den-schlusstakten-in-mozarts-blaserquintett-kv-452\/","title":{"rendered":"Eine F\u00e4lschung? Und wenn: Von wem? Zu den Schlusstakten in Mozarts Bl\u00e4serquintett KV 452"},"content":{"rendered":"<p>Das Au\u00adto\u00adgraph von Mo\u00adzarts Kla\u00advier\u00adquin\u00adtett f\u00fcr Kla\u00advier und vier Bl\u00e4\u00adser KV 452 barg mehr als 200 Jah\u00adre lang ein Ge\u00adheim\u00adnis. Ich konn\u00adte es im Zu\u00adge mei\u00adner Ur\u00adtext\u00ade\u00addi\u00adti\u00adon<br \/>\n(<a title=\"HN 665\" href=\"http:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/index.html?Titel=Quintett+Es-dur+KV+452+f%C3%BCr+Klavier%2C+Oboe%2C+Klarinette%2C+Horn+und+Fagott_665\" target=\"_blank\">HN 665<\/a> und <a title=\"HN 9665\" href=\"http:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/index.html?Titel=Quintett+Es-dur+KV+452+f%C3%BCr+Klavier+und+Bl%C3%A4ser+und+Glasharmonika-Quintett+KV+617_9665\" target=\"_blank\">HN 9665<\/a>) im Jahr 2000 erst\u00admals l\u00fcf\u00adten. <!--more--><a title=\"Vorwort HN 665\" href=\"http:\/\/www.henle.de\/media\/foreword\/0665.pdf\" target=\"_blank\">Vorwort<\/a> und <a title=\"Kritischer Bericht HN 665\" href=\"http:\/\/www.henle.de\/media\/review\/0665.pdf\" target=\"_blank\">Kritischer Bericht<\/a> geben alle n\u00f6tigen Ausk\u00fcnfte. Ein kleiner philologischer Krimi. Inzwischen scheint sich meine Entdeckung weitgehend herumgesprochen zu haben, denn sowohl im <a href=\"http:\/\/www.italianopera.org\/articoli\/newmanK452.html\" target=\"_blank\">Internet<\/a> wie auch in einer j\u00fcngst erschienenen <a href=\"http:\/\/www.editionhh.co.uk\/shop\/item.aspx?itemid=539\" target=\"_blank\">Edition<\/a> wird der Sachverhalt und meine Er\u00adl\u00e4u\u00adte\u00adrun\u00adgen \u00fcber die Gr\u00fcnde korrekt wiedergegeben.<\/p>\n<p>Das Geheimnis besteht darin, dass der Schluss des Werks angeblich in zwei un\u00adter\u00adschied\u00adlich\u00aden Fassungen Mozarts vorliegt; seit jeher glaubte man n\u00e4mlich, es handele sich in beiden F\u00e4llen um Mozarts Hand\u00adschrift. Selbst die Neue Mozart-Ausgabe (1957) hatte nicht erkannt, dass nur die l\u00e4ngere Version von Mozart geschrieben wurde, die k\u00fcrzere jedoch nicht. Sie sieht nur auf den ersten Blick Mozarts Handschrift \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Aber wieso sollte jemand Mozarts Hand\u00adschrift auf der letzten Seite des Autographs von KV 452 f\u00e4lschen wollen, wo doch das Original vorliegt? Meine Antwort darauf: Das Einzelblatt, auf dem sich Mozarts echte Hand befindet, musste eine gewisse Zeit lang dem Werk-Autograph gefehlt haben; das letzte Blatt war vermutlich herausgefallen und zun\u00e4chst verschollen. Um das Werk, das sein Urheber immerhin f\u00fcr \u201edas beste was ich noch in meinem leben geschrieben habe\u201c hielt, spielen oder drucken zu k\u00f6nnen, musste ein Schluss her. Eine unbekannte Person sprang ein und komponierte\/ notierte vier Schlusstakte auf ein leeres Mozart-Papier. Mozarts Originalblatt mit einem v\u00f6llig an\u00adde\u00adren, n\u00e4mlich 11-taktigen Schluss, fand sich sp\u00e4ter im Nachlass und wurde dann wieder an seinen richtigen Ort eingelegt. Das alles und mehr dazu kann man genauer in meiner Ausgabe nachlesen.<\/p>\n<p>In diesem Blog m\u00f6chte ich herausfinden, wer der Schreiber war und ob er ein F\u00e4lscher war. Inzwischen kann man ja dank der Generosit\u00e4t ihrer Eigent\u00fcmer Mozarts Hand\u00adschrift ausgiebig und bequem online studieren: <a title=\"Mozarts Autograph der Biblioth\u00e8que nationale de France\" href=\"http:\/\/gallica.bnf.fr\/ark:\/12148\/btv1b55002044t\/f2.image.r=mozart%20452.langDE\" target=\"_blank\">Mozarts Autograph<\/a> (Biblioth\u00e8que na\u00adti\u00ado\u00adna\u00adle in Paris). <a title=\"Mozart Autograph, S. 16r\" href=\"http:\/\/gallica.bnf.fr\/ark:\/12148\/btv1b55002044t\/f32.image.r=mozart%20452.langDE\" target=\"_blank\">Hier<\/a> die letzte beschriebene Seite mit dem Schluss des dritten Satzes in der fremden Hand:<\/p>\n<div id=\"attachment_2172\" style=\"width: 779px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/09\/Mozart-Autograph_16r.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2172\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-2172\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/09\/Mozart-Autograph_16r.jpg\" alt=\"Ausschnitt Mozart Autograph, S. 16r.\" width=\"769\" height=\"509\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/09\/Mozart-Autograph_16r.jpg 769w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/09\/Mozart-Autograph_16r-300x198.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 769px) 100vw, 769px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2172\" class=\"wp-caption-text\">Ausschnitt: Mozart Autograph, S. 16r (Source gallica.bnf.fr\/Biblioth\u00e8que nationale de France)<\/p><\/div>\n<p>Und nun <a title=\"Mozart Autograph, S. 15r.\" href=\"http:\/\/gallica.bnf.fr\/ark:\/12148\/btv1b55002044t\/f30.image.r=mozart%20452.langDE\" target=\"_blank\">zum Vergleich<\/a> Mozarts eigenh\u00e4ndige elf Schlusstakte, wie sie sich auf dem autographen Blatt unmittelbar davor finden:<\/p>\n<div id=\"attachment_2177\" style=\"width: 1443px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/09\/Mozart-Autograph_15r.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2177\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-2177\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/09\/Mozart-Autograph_15r.jpg\" alt=\"Mozart Autograph, S. 15r.\" width=\"1433\" height=\"1054\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/09\/Mozart-Autograph_15r.jpg 1433w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/09\/Mozart-Autograph_15r-300x220.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/09\/Mozart-Autograph_15r-1024x753.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1433px) 100vw, 1433px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2177\" class=\"wp-caption-text\">Mozart Autograph, S. 15r (Source gallica.bnf.fr\/Biblioth\u00e8que nationale de France)<\/p><\/div>\n<p>Betrachten wir die Charakteristika der fremden Hand genauer. Es handelt sich nicht um die Hand eines kalligraphisch-sauber schreibenden Berufskopisten, sondern vielmehr um die individuelle Hand eines im Notenschreiben einigerma\u00dfen erfahrenen Schreibers, vermutlich eines Musikers:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Noten selbst sind etwas ungelenk und nicht durchweg pr\u00e4zise genug notiert (z. B. Klavier rechte Hand)<\/li>\n<li>die nach oben weisenden Notenh\u00e4lse sind nicht gerade, sondern neigen sich stark nach rechts<\/li>\n<li>die Viertelpausen sehen jedes Mal anders aus<\/li>\n<li>mal schreibt er \u201efor\u201c mal \u201efr\u201c f\u00fcr die Dynamik<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mozarts Handschrift hingegen weist ihre ganz charakteristischen Eigenheiten auf. Und man kommt im direkten Vergleich nicht umhin zu erkennen, dass unser unbekannter Schreiber in manchen Punkten eine Mozarts Hand \u00e4hnliche Schrift hat, dass aber von Imitation oder gar F\u00e4lschung wohl nicht die Rede sein kann. Bestenfalls bem\u00fcht er sich, \u201enicht aufzufallen\u201c. Er hatte genug Anschauungsmaterial dazu, denn der Rest des Au\u00adto\u00adgraphs lag ja vor ihm. Was f\u00e4llt auf:<\/p>\n<ul>\n<li>die sehr \u00e4hnliche Tintenfarbe und das \u201eoriginale\u201c Notenpapier<\/li>\n<li>die Akkoladenklammer(n) sowie die charakteristischen Schlusszeichen mit den Fermaten<\/li>\n<li>die separat und nicht durchgehend notierten Taktstriche<\/li>\n<li>die Schreibweise des \u201efor:\u201c, allerdings ohne Doppelpunkt und nicht wirklich im Mozart-Schreibduktus<\/li>\n<li>die Oktava-\u201e8\u201c gleich zu Beginn, obwohl deutlich breiter als Mozarts \u201e8\u201c<\/li>\n<li>der Tenorschl\u00fcssel (die unterschiedlich notierten Bassschl\u00fcssel sind allerdings ganz unmozartisch)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Hand des unbekannten Schreibers hat also Merkmale der Mozartschen Hand. Als \u201eF\u00e4lscher\u201c ist er damit nicht entlarvt. Aufgrund der \u00e4u\u00dferst ungew\u00f6hnlichen Tatsache, dass sich seine Hand inmitten eines Mozart-Autographs findet, ist selbst der He\u00adraus\u00adge\u00adber der Neuen Mozart-Ausgabe darauf hereingefallen. Vergegenw\u00e4rtigt man sich den Anlass und die Zeitumst\u00e4nde dieser Besonderheit, wird deutlich, dass nicht Betrug, sondern reiner Pragmatismus (n\u00e4mlich Erstellung von spielbarem Auf\u00adf\u00fch\u00adrungs\u00adma\u00adte\u00adri\u00adal!) zur Anfertigung f\u00fchrten. Die gro\u00dfe Ehrfurcht, die wir heute zu Recht den originalen Mozart-Handschriften entgegenbringen, kannte man damals \u00fcberhaupt noch nicht.<\/p>\n<p>Die fremde Hand \u00e4hnelt also der Mozartschen, das verwendete Papier stammt aus dem Mozart-Nachlass. Daraus schlie\u00dfe ich, dass es erstens ein Schreiber aus dem engsten Um\u00adfeld Mozarts gewesen sein muss, und zweitens dass nur Constanze Mozart, die Wit\u00adwe, ihm den Zugang zu diesem Autograph er\u00f6ffnete, ja, sie muss es gewesen sein, die den Auftrag zur \u2013 n\u00f6tigen (!) \u2013 Vervollst\u00e4ndigung gegeben hatte. Constanze Mozart spielte jedoch (absichtsvoll?) ein Verwirrspiel mit ihren Zeitgenossen (und uns) und behauptete zun\u00e4chst, das Autograph von KV 452 habe ihr Mann verschenkt und nie mehr zu\u00adr\u00fcck\u00ader\u00adhal\u00adten. So kann man es jedenfalls beim notorisch unglaubw\u00fcrdigen <a title=\"Friedrich Schlichtegroll\" href=\"http:\/\/www.aproposmozart.com\/Entire%20Schlichtegroll.pdf\" target=\"_blank\">Fried\u00adrich Schlich\u00adte\u00adgroll<\/a> in seinen \u201eAnekdoten aus Mozarts Leben, von seiner hin\u00adter\u00adlas\u00adsen\u00aden Gattin uns mit\u00adge\u00adtheilt\u201c nachlesen, gleich in der ersten <a title=\"Anekdote\" href=\"http:\/\/mozartsocietyofamerica.org\/embp\/Einige_Anekdoten.pdf\" target=\"_blank\">Anekdote<\/a>. Ich sage: Kein Wort davon ist wahr, wenngleich es sich r\u00fchrend liest, was Mozart angeblich widerfahren sein soll. Sp\u00e4ter er\u00adz\u00e4hlt dann Constanze Mozart \u2013 im Zuge der Verlegerkorrespondenz wegen des Mozart-Nachlasses (genauer gesagt in ihrem Brief vom 31.5.1800 an Andr\u00e9) \u2014 eine ganz andere Geschichte; und hierbei erw\u00e4hnt sie auch die beiden Schl\u00fcsse.<\/p>\n<p>Jetzt aber die abschlie\u00dfende, die spannendste Frage: Wer k\u00f6nnte der omin\u00f6se fremde Schreiber gewesen sein? Leider haben wir mit vier Takten in KV 452 (zu) wenig Ver\u00adgleichs\u00adma\u00adte\u00adri\u00adal und vor allem zu wenig Eindeutiges (wie zum Beispiel eine Tempoangabe o. \u00e4.) von ihm, um ihn zu entlarven.<\/p>\n<p>Dem Mozart-Kenner kommen rasch vier Personen in den Sinn, die sich auch im Au\u00adto\u00adgraph von KV 452 verewigt haben k\u00f6nnten:<\/p>\n<p>(1) An erster Stelle ist Franz Xaver S\u00fc\u00dfmayr zu nennen, dessen Handschrift der Mo\u00adzart\u00adschen tats\u00e4chlich oft zum Verwechseln \u00e4hnelt; seine Hand kann man sehr gut im zweiten Autograph des Requiem-Autographs (z. B. ab Seite 21, <a href=\"http:\/\/petrucci.mus.auth.gr\/imglnks\/usimg\/5\/5b\/IMSLP294658-PMLP02751-Mozart_-_Requiem_fragment_-monochrome-.pdf\" target=\"_blank\">\u201eDies irae\u201c<\/a>) studieren. Der Bass-<br \/>\nSchl\u00fcssel ist verbl\u00fcffend \u00e4hnlich, auch die Rechtsneigung der nach oben gehalsten Noten ist gelegentlich hier zu beobachten. Er scheidet meines Erachtens dennoch als Schreiber f\u00fcr KV 452 aus, wenn auch eine letzte Unsicherheit bleibt. Seine Noten sind ins\u00adge\u00adsamt klein und gedrungen, routiniert und einheitlich geschrieben, ganz anders als im Bl\u00e4\u00adser\u00adquin\u00adtett.<\/p>\n<p>(2) Joseph Edler von Eybler hat vor allem im ersten Autograph des Requiems die <a href=\"http:\/\/petrucci.mus.auth.gr\/imglnks\/usimg\/5\/5b\/IMSLP294658-PMLP02751-Mozart_-_Requiem_fragment_-monochrome-.pdf\" target=\"_blank\">\u201eDies irae\u201c<\/a>-Teile instrumentiert (siehe Seite 21 ff., die leicht eingerahmten Teile). Seine Hand weicht auf den ersten Blick stark von KV 452 ab; er kann es also keinesfalls gewesen sein.<\/p>\n<p>(3) Dann Abb\u00e9 Maximilian Stadler. Seine Handschrift \u00e4hnelt in der Regel eher der eines sorgf\u00e4ltigen Kopisten; sie ist ordentlich und genau. Der Einfachheit halber hier ein Bei\u00adspiel aus einem anderen Werk (KV 372):<\/p>\n<div id=\"attachment_2203\" style=\"width: 1220px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/09\/KV-372_S-3a.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2203\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-2203 \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/09\/KV-372_S-3a.jpg\" alt=\"Allegro einer Sonate B-dur f\u00fcr Klavier und Violine Fragment, KV 372, S. 3a\" width=\"1210\" height=\"1191\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/09\/KV-372_S-3a.jpg 1210w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/09\/KV-372_S-3a-300x295.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2013\/09\/KV-372_S-3a-1024x1007.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1210px) 100vw, 1210px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2203\" class=\"wp-caption-text\">Allegro einer Sonate B-dur f\u00fcr Klavier und Violine Fragment, KV 372, S. 3a (Quelle: \u00d6sterreichische Nationalbibliothek, Musiksammlung, Sign.: 6462\/2863). Die unteren beiden Akkoladen wurden von Stadler geschrieben, die dar\u00fcber von Mozart.<\/p><\/div>\n<p>Er kommt also meines Erachtens nicht in Frage f\u00fcr den Gesuchten.<\/p>\n<p>(4) Auch Franz Jacob Freyst\u00e4dtler scheidet meines Erachtens trotz erheblicher \u00c4hn\u00adlich\u00adkeit leider aus: Seine Handschrift im Requiem \u00e4hnelt zwar ein wenig derjenigen aus KV 452, denn sie wirkt etwas unbeholfen und ist aufw\u00e4rts rechtsneigend, auch die Pau\u00adsen\u00adzei\u00adchen sind uneinheitlich im Charakter, jedoch f\u00e4llt Freyst\u00e4dtlers Notenschrift hier ins\u00adge\u00adsamt gedrungener und reifer als zu erwarten w\u00e4re. Von ihm stammen, wie einst Leo\u00adpold No\u00adwak he\u00adraus\u00adge\u00adfun\u00adden hat, im ersten Au\u00adto\u00adgraph (ab Seite 11 ff.) die Streicher und Holzbl\u00e4ser der <a href=\"http:\/\/petrucci.mus.auth.gr\/imglnks\/usimg\/f\/ff\/IMSLP294659-PMLP02751-Mozart_-_Requiem__S__ssmayr_completion_-monochrome-.pdf\" target=\"_blank\">Kyrie-Fuge<\/a>. Man br\u00e4uchte Einblick in weitere Freyst\u00e4dtler-Autographe, um eine abschlie\u00dfende Aussage treffen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Liebe Mozart-Kenner: Wer k\u00f6nnte der omin\u00f6se Schreiber der letzten Seite aus KV 452 gewesen sein? Das m\u00fcssten wir doch herausbekommen! Haben Sie Vorschl\u00e4ge, idealer Weise Beweise mittels Schriftproben? Jede entsprechende Zuschrift werde ich gerne im Rahmen des Henle-Blogs ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Da\u00admit die\u00adser Blog nicht ganz oh\u00adne Mu\u00adsik en\u00addet, k\u00f6n\u00adnen Sie hier nun noch das gan\u00adze Mo\u00adzart\u00adsche Bl\u00e4\u00adser\u00adquin\u00adtett KV 452 an\u00adh\u00f6\u00adren, al\u00adler\u00addings in der sehr sel\u00adten ge\u00adbo\u00adte\u00adnen, nicht au\u00adthen\u00adti\u00adschen Fas\u00adsung f\u00fcr Kla\u00advier mit Vi\u00ado\u00adli\u00adne, Vi\u00ado\u00adla und Vi\u00ado\u00adlon\u00adcel\u00adlo. Die Auf\u00adnah\u00adme (auf \u201eal\u00adten\u201c Ins\u00adtru\u00admen\u00adten mit Ri\u00adchard Bur\u00adnett, For\u00adte-Pi\u00ada\u00adno und das Finch\u00adcocks Quar\u00adtet) ist be\u00adein\u00addru\u00adckend ge\u00adlun\u00adgen. Sie spie\u00adlen ge\u00adm\u00e4\u00df der Erst\u00adaus\u00adga\u00adbe von 1794, die auch den fal\u00adschen Schluss un\u00adse\u00adres o\u00admi\u00adn\u00f6\u00adsen Schrei\u00adbers ent\u00adh\u00e4lt:<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/zM2BdH6MhXY?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Au\u00adto\u00adgraph von Mo\u00adzarts Kla\u00advier\u00adquin\u00adtett f\u00fcr Kla\u00advier und vier Bl\u00e4\u00adser &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2013\/09\/30\/eine-falschung-und-wenn-von-wem-zu-den-schlusstakten-in-mozarts-blaserquintett-kv-452\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[145,34],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2152"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2152"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2152\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2152"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2152"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2152"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}