{"id":4329,"date":"2014-12-22T08:00:50","date_gmt":"2014-12-22T07:00:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.henle.de\/blog\/de\/?p=4329"},"modified":"2015-05-27T08:58:22","modified_gmt":"2015-05-27T06:58:22","slug":"weihnachts-blog-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2014\/12\/22\/weihnachts-blog-2\/","title":{"rendered":"Weihnachts-Blog"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Leser,<\/p>\n<p>wir bedanken uns heute sehr herzlich bei Ihnen f\u00fcr Ihr Interesse am Henle-Blog. Wir freuen uns auch im n\u00e4chsten Jahr auf Ihre Besuche und versprechen interessante Beitr\u00e4ge rund um Fragen musikalischer Notentexte.<br \/>\nHeute geben wir Ihnen noch einem kleinen Impuls f\u00fcr die Weihnachtstage, der vielleicht dazu anregen kann, sich mit den unterschiedlichen Fassungen \u2013 sowohl textlich als auch musikalisch \u2013 des ein oder anderen bekannten Advents- oder Weihnachtsliedes zu besch\u00e4ftigen.<!--more--><\/p>\n<div id=\"attachment_4330\" style=\"width: 201px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2014\/12\/Erstdruck-1599-Speyerer_Gesangbuch_Es_ist_ein_Ros_entsprungen.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4330\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-4330\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2014\/12\/Erstdruck-1599-Speyerer_Gesangbuch_Es_ist_ein_Ros_entsprungen.jpg\" alt=\"\" width=\"191\" height=\"338\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2014\/12\/Erstdruck-1599-Speyerer_Gesangbuch_Es_ist_ein_Ros_entsprungen.jpg 220w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2014\/12\/Erstdruck-1599-Speyerer_Gesangbuch_Es_ist_ein_Ros_entsprungen-169x300.jpg 169w\" sizes=\"(max-width: 191px) 100vw, 191px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4330\" class=\"wp-caption-text\">Speyerer Gesangbuch, K\u00f6ln 1599<\/p><\/div>\n<p>Das Weihnachtslied mit dem wohl r\u00e4tselhaftesten Text ist das weit verbreitete \u201eEs ist ein Ros entsprungen\u201c. Beim ersten Singen stolpert man \u00fcber die Verse, die auf den Bibelvers im Buch Jesaja zur\u00fcckgehen \u201eDoch aus dem Baumstumpf Isais w\u00e4chst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.\u201c (Jes 11,1). Der Urheber des Liedtextes ist vermutlich der Kart\u00e4userm\u00f6nch Frater Conradus aus Trier, der 1587 die ersten zwei Strophen verfasste. Das Lied wurde mit Melodie einige Jahre sp\u00e4ter im katholischen <em>Speyerer Gesangbuch<\/em> (K\u00f6ln, 1599) abgedruckt, statt nur zwei inzwischen jedoch mit \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.liederlexikon.de\/lieder\/es_ist_ein_ros_entsprungen\/editiona\" target=\"_blank\">20 Strophen<\/a>! Hinter dem Text verbergen sich nicht nur eine Schilderung der Weihnachtsgeschichte, sondern auch ein Bild Mariens sowie eine Schilderung der Abstammungslinie Jesu (Isaia ist der Vater Davids). Erst durch die Bearbeitung von Michael Praetorius zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde dieses Weihnachtslied auch im protestantischen Bereich popul\u00e4r. Praetorius baute die Melodie zu einem vierstimmigen Satz aus und wandelte auch den <a href=\"http:\/\/www.liederlexikon.de\/lieder\/es_ist_ein_ros_entsprungen\/editionb\" target=\"_blank\">Text<\/a> ab: Statt Maria steht nun Christus im Zentrum. Die unterschiedlichen textlichen Bearbeitungen, die sich seitdem entwickelt haben, reflektieren so immer das jeweilige Verst\u00e4ndnis der Person und der Rolle Mariens dar. Obwohl dieses Lied sehr popul\u00e4r war, wurde es erst sp\u00e4t in die heutigen Gesangb\u00fccher aufgenommen. Sie finden es im <em>evangelischen Gesangbuch<\/em> unter der Nummer 30, im neuen <em>Gotteslob <\/em>unter der Nummer 243.<br \/>\nDer Satz von Praetorius ist auch heute fester Programmpunkt in Weihnachtskonzerten. Eine Aufnahme der King\u2019s Singers zeigt ihn ganz urspr\u00fcnglich.<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/y7y05TrzeHo?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nDoch Praetorius\u2018 Satz ist auch Grundlage vieler Bearbeitungen, wie z. B. die des schwedischen Komponisten <a href=\"http:\/\/www.jansandstrom.com\/\" target=\"_blank\">Jan Sandstr\u00f6m<\/a> (*1954). In seiner Fassung von \u201eDet \u00e4r en ros utsprungen\u201c singen zwei Ch\u00f6re: der erste singt den vierstimmigen Praetoruis-Satz, der zweite Chorsatz hingegen ist achtstimmig und wird gesummt. Durch das langsame Tempo und den allm\u00e4hlichen Aufbau der Akkorde entstehen schwebende Klangfl\u00e4chen, es wirkt wie eine Meditation \u00fcber den Choral. Erstmals gedruckt wurde es 1995 vom Verlag des Schwedischen Chorverbundes (<a href=\"https:\/\/www.sverigeskorforbund.se\/english\" target=\"_blank\">Sveriges K\u00f6rf\u00f6rbund<\/a>). Diese andere Perspektive auf das Weihnachtslied k\u00f6nnen Sie in einer Aufnahme des Chors des Bayrischen Rundfunks erleben.<br \/>\nhttp:\/\/www.youtube.com\/watch?v=pVnMlpO_r7A<br \/>\nMit dem musikalischen Gru\u00df des WDR-Chores, allerdings in einer f\u00fcr dieses Lied eher ungewohnten Umgebung, w\u00fcnschen wir Ihnen allen frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr 2015!<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/BsqM8UWNiNo?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nIhre Autoren des Henle-Blogs<br \/>\nNorbert Gertsch<br \/>\nPeter Jost<br \/>\nNorbert M\u00fcllemann<br \/>\nAnnette Oppermann<br \/>\nDominik Rahmer<br \/>\nWolf-Dieter Seiffert<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leser, wir bedanken uns heute sehr herzlich bei Ihnen &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2014\/12\/22\/weihnachts-blog-2\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,52,347],"tags":[259,260],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4329"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4329"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4329\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4329"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4329"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4329"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}