{"id":4444,"date":"2015-03-16T08:00:15","date_gmt":"2015-03-16T07:00:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.henle.de\/blog\/de\/?p=4444"},"modified":"2015-05-26T12:27:21","modified_gmt":"2015-05-26T10:27:21","slug":"russische-musik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2015\/03\/16\/russische-musik\/","title":{"rendered":"Das melancholische Horn \u2013 ein kurzer Ausflug ins Riesenreich der russischen Musik"},"content":{"rendered":"<p>Das Repertoire des G. Henle Verlags ist traditionell sehr deutsch-\u00f6sterreichisch gepr\u00e4gt \u2013 von Bach und H\u00e4ndel \u00fcber Haydn, Mozart, Beethoven bis Schumann, Brahms und Berg. Doch dieses Jahr 2015 steht bei uns ganz im Zeichen der russischen Musik\u2026<!--more--><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2015\/03\/Basilius.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-4445\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2015\/03\/Basilius.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"363\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2015\/03\/Basilius.jpg 393w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2015\/03\/Basilius-219x300.jpg 219w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>So wird auf der in K\u00fcrze stattfindenden <a href=\"http:\/\/musik.messefrankfurt.com\/frankfurt\/de\/besucher\/willkommen.html\" target=\"_blank\">Frankfurter Musikmesse<\/a> einer der Schwer\u00adpunkte unseres Standes die Musik russischer Komponisten sein. Damit wollen wir den Blick einmal darauf lenken, wie viele bedeutende Werke russischer Meister wir im Urtext-Programm f\u00fchren: etwa Mili Balakirews halsbrecherisch schwierige Klavierfantasie <em>Islamey<\/em> (<a href=\"http:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/index.html?Titel=Islamey+-+Fantaisie+orientale_793\" target=\"_blank\">HN 793<\/a>), Modest Mussorgskys <em>Bilder einer Ausstellung<\/em> (<a href=\"http:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/index.html?Titel=Bilder+einer+Ausstellung_477\" target=\"_blank\">HN 477<\/a>) oder die <em>24 Pr\u00e9ludes<\/em> op. 11 von Alexander Skrjabin (<a href=\"http:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/index.html?Titel=24+Pr%C3%A9ludes+op.+11_484\" target=\"_blank\">HN 484<\/a>). Nat\u00fcrlich darf auch Peter Tschaikowsky nicht fehlen, der mit dem beliebten Klavier\u00adzyklus <em>Die<\/em> <em>Jahreszeiten<\/em> (<a href=\"http:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/index.html?Titel=Die+Jahreszeiten+op.+37bis_616\" target=\"_blank\">HN 616<\/a>) und seinem einzigartigen Violinkonzert (<a href=\"http:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/index.html?Titel=Violinkonzert+D-dur+op.+35_685\" target=\"_blank\">HN 685<\/a>) vertreten ist. Und besonders stolz sind wir auf den \u201eNeuzugang\u201c Sergej Rachmaninow, aus dessen Oeuvre wir seit letztem Jahr bereits <a href=\"http:\/\/www.henle.de\/de\/suche\/index.html?Komponist=Rachmaninow\" target=\"_blank\">zentrale Werke<\/a> wie die <em>24<\/em> <em>Pr\u00e9ludes<\/em>, die <em>\u00c9tudes-Tableaux,<\/em> die <em>Corelli-Variationen<\/em> op. 24 sowie die <em>Vocalise<\/em> f\u00fcr Singstimme und Klavier vorgelegt haben.<\/p>\n<p>Gerade das Jahr 2015 der russischen Musik zu widmen, ist kein Zufall, denn es ist in mehrerer Hinsicht ein wichtiges Gedenkjahr. 1915 starb Alexander Skrjabin, den wir mit einer pr\u00e4chtigen Faksimile-Ausgabe seiner 7. Klaviersonate ehren werden (<a href=\"http:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/index.html?Titel=Klaviersonate+Nr.+7+op.+64_3228\" target=\"_blank\">HN 3228<\/a>). Zudem haben wir gerade zum Jahresbeginn mit Erscheinen der Sonate Nr. 4 Fis-dur das langj\u00e4hrige Editionsprojekt s\u00e4mtlicher <a href=\"http:\/\/www.henle.de\/de\/suche\/index.html?katalog=1&amp;q=skrjabin+klaviersonate\" target=\"_blank\">zehn Klaviersonaten<\/a> Skrjabins abgeschlossen.<\/p>\n<div id=\"attachment_4448\" style=\"width: 241px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2015\/03\/Glasunow.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4448\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-4448\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2015\/03\/Glasunow.jpg\" alt=\"\" width=\"231\" height=\"293\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4448\" class=\"wp-caption-text\">Alexander Glasunow (1865-1936)<\/p><\/div>\n<p>Au\u00dferdem feiern wir dieses Jahr den 175. Geburtstag Tschaikowskys, und zugleich ist auch der 150. Geburtstag Alexander Glasunows, der am 10. August 1865 in St. Petersburg das Licht der Welt erblickte. Glasunows Musik steht heute etwas zu Unrecht im Schatten seiner russischen Zeitgenossen, denn er hat neben gro\u00dfen Orches\u00adterwerken und Balletten auch eine Vielzahl hinrei\u00dfender Kammermusikst\u00fccke hinterlassen, die es (wieder) zu entdecken gilt. Mit unserer Urtext-Ausgabe der <em>\u00c9l\u00e9gie<\/em> f\u00fcr Viola und Klavier op. 44 (<a href=\"http:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/index.html?Titel=%C3%89l%C3%A9gie+op.+44_1241\" target=\"_blank\">HN 1241<\/a>), die zum ersten Mal das Auto\u00adgraph in St. Petersburg auswertet, m\u00f6chten wir dazu einen kleinen Beitrag leisten. (Sollten Sie dieses wunderbare St\u00fcck voll russischer Schwer\u00admut noch nicht kennen \u2013 <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=pY0ZyF0FARs\" target=\"_blank\">unbedingt anh\u00f6ren<\/a>!)<\/p>\n<p>Bei allen Hornisten bestens bekannt und beliebt ist auch Glasunows tiefromantische <em>R\u00eaverie<\/em> f\u00fcr Horn und Klavier op. 24, die bei uns im Sommer erscheinen wird, und, wie bei der <em>\u00c9l\u00e9gie<\/em>, erstmals s\u00e4mtliche autographen Quellen einbezieht (HN 1285). Nur wenige wissen dabei, dass Glasunow selbst das Horn sehr gut beherrschte. Denn er war nicht nur ein kompositorisches Wunderkind (bereits als 16-J\u00e4hriger stellte er seine 1. Symphonie vor), sondern auch ein au\u00dferordentlich vielseitiger Musiker: neben Klavier, Violine und Violoncello erlernte er als junger Mann auch mit Leidenschaft Horn, Posaune, Trompete und Klarinette. Sein Lehrer und Freund Nikolaj Rimsky-Korsakow erinnerte sich in seinen Memoiren: \u201eAuf dem Horn nahm er sogar Unterricht bei Franke, dem ersten Hornisten des Opernorchesters\u201c. Glasunows Spielfertigkeit als Blechbl\u00e4ser war immerhin so hoch, dass er erfolgreich in verschiedenen Universit\u00e4tsorchestern mitwirkte, darunter auch im Symphonieorchester der Milit\u00e4rmedizinischen Akademie St. Petersburg \u2013 geleitet von keinem Geringeren als Alexander Borodin\u2026<\/p>\n<div id=\"attachment_4450\" style=\"width: 567px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2015\/03\/Glasunow-Trompete.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4450\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-4450\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2015\/03\/Glasunow-Trompete.jpg\" alt=\"\" width=\"557\" height=\"376\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2015\/03\/Glasunow-Trompete.jpg 567w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2015\/03\/Glasunow-Trompete-300x202.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 557px) 100vw, 557px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4450\" class=\"wp-caption-text\">&quot;Hausmusik&quot; - rechts au\u00dfen Glasunow mit Trompete, deneben Rimsky-Korsakow mit Klarinette<\/p><\/div>\n<p>Dimitri Schostakowitsch, der bei Glasunow am St. Petersburger Konservatorium studierte, hat eine am\u00fcsante Anekdote \u00fcberliefert, die dessen F\u00e4higkeiten auf dem Horn belegen. Sie trug sich zu, als Glasunow w\u00e4hrend einer Konzertreise durch England eigene Werke dirigierte und mit den Anfeindungen des einheimischen Orchesters zu k\u00e4mpfen hatte:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\">\u201eDie englischen Orchestermusiker aber mokierten sich \u00fcber ihn, hielten ihn f\u00fcr einen Barbaren und Ignoranten. Es kam zu regelrechter Sabotage. [\u2026] Der Wald\u00adhorn\u00adspieler stand auf und sagte, die und die Note k\u00f6nne er nicht spielen. Es sei absolut unm\u00f6glich, denn diese Note sei gar nicht spielbar. Die Musiker unterst\u00fctzten ihn unisono. [\u2026] Glasunow aber ging, ohne ein Wort zu sagen, zu dem Musiker, nahm ihm das Waldhorn ab; der verdutzte Musiker lie\u00df es geschehen. Nachdem Glasunow das Instrument eine Weile ausprobiert hatte, spielte er genau die Note, von der der englische Waldhornbl\u00e4ser so steif und fest behauptet hatte, sie sei nicht spielbar. Das Orchester applaudierte. Der Widerstand war gebrochen. Die Probe konnte fortgesetzt werden.\u201c<br \/>\n<span style=\"font-size: smaller\"><em>Die Memoiren des Dmitri Schostakowitsch<\/em>, hrsg. von Solomon Wolkow, dt. \u00dcbers. von Heddy Pross-Weerth, M\u00fcnchen 2003, S.151<\/span><\/p>\n<p>Nicht nur den Werken Glasunows werden wir uns weiterhin widmen, auch f\u00fcr Rach\u00adma\u00adninow und Tschaikowsky sind gerade spannende Neuausgaben in Vorbereitung. In der riesigen Welt der russischen Musik werden wir noch einige Sch\u00e4tze f\u00fcr Sie heben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Repertoire des G. 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