{"id":6335,"date":"2016-11-28T08:00:43","date_gmt":"2016-11-28T07:00:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.henle.de\/blog\/de\/?p=6335"},"modified":"2016-11-28T11:38:25","modified_gmt":"2016-11-28T10:38:25","slug":"auch-editionen-haben-ihre-geschichte-zur-revision-von-cesar-francks-violinsonate","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2016\/11\/28\/auch-editionen-haben-ihre-geschichte-zur-revision-von-cesar-francks-violinsonate\/","title":{"rendered":"Auch Editionen haben ihre Geschichte. Zur Revision von C\u00e9sar Francks Violinsonate"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Franck_Cesar_Postcard-1910.jpg\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-6337\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Franck_Cesar_Postcard-1910.jpg\" alt=\"\" width=\"201\" height=\"297\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Franck_Cesar_Postcard-1910.jpg 557w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Franck_Cesar_Postcard-1910-203x300.jpg 203w\" sizes=\"(max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/a>Die Frage warum von Zeit zu Zeit Ausgaben des Henle-Katalogs als Revisionen neu herausgegeben werden, wurde bereits in einem <a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2012\/10\/15\/wie-lange-halt-eigentlich-urtext-revisionen-im-henle-verlag\/\" target=\"_blank\">fr\u00fcheren Blogbeitrag<\/a> behandelt. Daran ankn\u00fcpfend, m\u00f6chte ich heute einen besonderen Fall vorstellen, n\u00e4mlich die in K\u00fcrze erscheinende Revision von C\u00e9sar Francks ber\u00fchmter Violinsonate.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Francks Meisterwerk erschien erstmals bei Henle als HN 293 im Jahre 1975, also vor mehr als vierzig Jahren. Die Basis der damaligen Edition bildeten zwei Quellen: das (vermeintlich einzige) Autograph sowie die Erstausgabe, die noch nicht (wie heute \u00fcblich) nach Partitur und separater Violinstimme getrennt behandelt wurde. <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Die Herausgeberin Monica Steegmann begann ihr Vorwort mit dem Satz: \u201eDieser Ausgabe konnte als Hauptquelle das Autograph zugrunde gelegt werden\u201c. In der Formulierung schwingt mit, was damals bei kritischen Ausgaben allgemeiner Konsens war: Wenn das Autograph zur Verf\u00fcgung steht und sich keine weiteren Quellen (Korrekturfahnen) oder Dokumente (Verlagsbriefwechsel) zur Drucklegung erhalten haben, ist diese eigenh\u00e4ndige Niederschrift gleichwertig mit der Erstausgabe, wenn nicht gar h\u00f6herwertig.<\/p>\n<div id=\"attachment_6339\" style=\"width: 431px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Autograph-letzte-seite1.jpg\" target=\"_blank\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6339\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-6339 \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Autograph-letzte-seite1.jpg\" alt=\"\" width=\"421\" height=\"544\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6339\" class=\"wp-caption-text\">Autographe Reinschrift, letzte Seite mit Widmung an Eug\u00e8ne Ysa\u00ffe<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left\">Diese Hochsch\u00e4tzung des <a href=\"http:\/\/corsair.themorgan.org\/cgi-bin\/Pwebrecon.cgi?BBID=114500\" target=\"_blank\">Autographs<\/a> \u2013 auch wenn es nicht als Stichvorlage diente \u2013 wird umso verst\u00e4ndlicher, als es sich einerseits um eine vollst\u00e4ndige Reinschrift handelt und andererseits 1975 noch grundlegende Forschungen zu Franck ausstanden. Es gab weder konkrete Studien zum Schaffensprozess noch ein verl\u00e4ssliches Werkverzeichnis oder eine gedruckte Briefausgabe. Kurzum: Die Informationen \u00fcber Entstehung und Drucklegung zur Violinsonate waren mehr als l\u00fcckenhaft. Entsprechend knapp fielen das Vorwort und die Bemerkungen aus, die sich auf einige wesentliche Stellen beschr\u00e4nkten, in denen Schreibfehler im Autograph vermutet wurden.<\/p>\n<div id=\"attachment_6343\" style=\"width: 556px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Vorwort-deutsch.jpg\" target=\"_blank\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6343\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-6343 \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Vorwort-deutsch.jpg\" alt=\"\" width=\"546\" height=\"465\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Vorwort-deutsch.jpg 2000w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Vorwort-deutsch-300x255.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Vorwort-deutsch-1024x871.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 546px) 100vw, 546px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6343\" class=\"wp-caption-text\">Vorwort Henle, Auflage A (1975)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left\">In der 1993 erschienenen Auflage F entschloss sich die Herausgeberin zu einer \u00dcberarbeitung der Edition, die bereits im Innentitel als \u201eNeue verbesserte Ausgabe\u201c angek\u00fcndigt wurde. Den Anlass dazu bot \u2013 wie es im Vorwort hie\u00df \u2013 \u201eein erst k\u00fcrzlich zug\u00e4nglich gewordenes autographes Arbeitsmanuskript des Komponisten\u201c (ehemals Sammlung Wertitsch, heute in Privatbesitz). Durch die erweitere Quellenbasis ergaben sich neben ge\u00e4nderten und erg\u00e4nzten Bemerkungen auch einige \u00c4nderungen im Notentext. So wurde nun in Takt 22 des dritten Satzes \u201eRecitativo-Fantasia\u201c die nur in diesem Arbeitsmanuskript enthaltene R\u00fcckkehr zum Eingangstempo <em>a tempo Moderato<\/em> hinzugef\u00fcgt, zugleich aber in einer Fu\u00dfnote zu Beginn dieses Satzes auf die abweichenden Bezeichnungen zwischen den beiden Autographen (<em>Moderato<\/em>) und der Erstausgabe (<em>Ben moderato<\/em>) hingewiesen.<\/p>\n<div id=\"attachment_6344\" style=\"width: 553px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Molto-lento.jpg\" target=\"_blank\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6344\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-6344 \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Molto-lento.jpg\" alt=\"\" width=\"543\" height=\"309\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Molto-lento.jpg 2948w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Molto-lento-300x170.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Molto-lento-1024x582.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 543px) 100vw, 543px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6344\" class=\"wp-caption-text\">Satz III, T. 17-26, Auflage A (1975)<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_6347\" style=\"width: 561px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Molto-21.jpg\" target=\"_blank\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6347\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-6347 \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Molto-21.jpg\" alt=\"\" width=\"551\" height=\"321\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Molto-21.jpg 2500w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Molto-21-300x175.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/Molto-21-1024x597.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 551px) 100vw, 551px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6347\" class=\"wp-caption-text\">Satz III, T. 17\u201326, Auflage F (1993)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left\">Nach langwierigen Vorbereitungen erschienen 1999 zwei Meilensteine der Franck-Forschung, f\u00fcr die der franz\u00f6sische Franck-Spezialist Jo\u00ebl-Marie Fauquet verantwortlich zeichnet: eine lang erwartete, umfangreiche <a href=\"http:\/\/www.fayard.fr\/cesar-franck-9782213601670\" target=\"_blank\">Biographie<\/a> und die nicht weniger sehnlich erwartete Edition der gesamten erhaltenen <a href=\"http:\/\/editionsmardaga.com\/Correspondance-Cesar-Franck\" target=\"_blank\">Korrespondenz<\/a>. Die F\u00fclle der dort enthaltenen neuen Erkenntnisse haben f\u00fcr Francks Sonate vor allem zwei Konsequenzen. Zum einen geht aus einem dort erstmals ver\u00f6ffentlichten Brief Francks eindeutig hervor, dass die kurz nach der Originalfassung publizierte Cellofassung von Jules Delsart <a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2013\/11\/11\/%e2%80%9epour-piano-et-violon-ou-violoncelle%e2%80%9c-%e2%80%93-gibt-es-eine-cellosonate-von-cesar-franck\/\" target=\"_blank\">mit Zustimmung des Komponisten<\/a> angefertigt wurde, was demnach eine Urtext-Ausgabe dieser Fassung legitimiert (<a href=\"http:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/index.html?Titel=Violinsonate+A-dur_570\" target=\"_blank\">HN 570<\/a>). Zum anderen belegt ein Brief an seinen Verleger Julien Hamelle, dass der Erstausgabe der originalen Violinfassung ein anderer Stellenwert als bisher einger\u00e4umt werden muss. In diesem Brief vom 9. Februar 1887 schreibt Franck:<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\u201eIch sende Ihnen hiermit die Violinstimme meiner Sonate zur\u00fcck, eine weitere Fahne ist nicht mehr n\u00f6tig. Die kleinen Fehler m\u00fcssen mit Sorgfalt korrigiert werden und dann kann gedruckt werden. [\u2026]\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Offensichtlich wurden Partitur und Solostimme dem Komponisten getrennt zur Korrekturlesung zugeschickt, was die nicht unerheblichen Abweichungen zwischen der separaten Violinstimme und der \u00fcberlegten Stimme der Klavierpartitur in der Erstausgabe erkl\u00e4rt. Vermutlich lie\u00df Franck einen Geiger den Violinpart durchsehen, ohne jedoch daf\u00fcr zu sorgen, dass die nachtr\u00e4glichen \u00c4nderungen und Erg\u00e4nzungen in die Violinstimme der Partitur \u00fcbernommen wurden. Neben dem Widmungstr\u00e4ger Eug\u00e8ne Ysa\u00ffe kommt f\u00fcr die Durchsicht auch Armand Parent in Frage, der nachweislich bereits das am 15. September 1886 beendete Arbeitsmanuskript der Sonate durchgespielt hatte. Wie dem auch sei, mit der Kenntnis dieses Briefes besteht kein Zweifel, dass die Erstausgabe \u2013 und zwar nicht nur die Partitur, sondern auch die separate Violinstimme, die sich am st\u00e4rksten von der autographen Reinschrift unterscheidet \u2013 vom Komponisten f\u00fcr den Druck aktiv autorisiert wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Dementsprechend werden der nun als <a href=\"http:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/index.html?Titel=Violinsonate+A-dur_1351\" target=\"_blank\">HN 1351<\/a> erscheinenden aktuellen Revision nicht mehr die beiden autographen Quellen, sondern die beiden Teile der Erstausgabe (Partitur und Solostimme) als Hauptquelle zu Grunde gelegt. Wie unterscheidet sich nun aber, sieht man vom neuen Fingersatz der Klavierstimme von Klaus Schilde einmal ab, die neue Henle-Edition von der alten?<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ein erster Punkt betrifft die Worttexte, die sich betr\u00e4chtlich ausgeweitet haben, da sich durch die neu zug\u00e4nglichen Fakten Komposition und Drucklegung sehr viel genauer dokumentieren lassen. Beim Notentext selbst geht es weniger um falsche Noten \u2013 hier hatte die alte Ausgabe bereits bei vermuteten Versehen in Francks Handschriften auf die Erstausgabe als verl\u00e4sslichere Quelle zur\u00fcckgegriffen \u2013, als um eine F\u00fclle von Details, die in ihrer Summe der Edition ein \u201eneues\u201c Gesicht verleihen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">So stehen die beiden Tempo\u00e4nderungen im ersten und dritten Satz (I: <em>Allegretto moderato<\/em> zu <em>Allegretto ben moderato<\/em> sowie, wie bereits erw\u00e4hnt, III: <em>Moderato<\/em> zu <em>Ben moderato<\/em>), die wahrscheinlich auf den Eindruck der Urauff\u00fchrung vom 16. Dezember 1886 zur\u00fcckgehen, nun selbstverst\u00e4ndlich im Haupttext. Noch markanter springen die zahlreichen Zus\u00e4tze f\u00fcr die Violinstimme ins Auge, insbesondere hinsichtlich Artikulation und Bogensetzung, wie beispielsweise am Ende des ersten Satzes:<\/p>\n<div id=\"attachment_6349\" style=\"width: 614px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/114-Part-Hn-293.jpg\" target=\"_blank\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6349\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-6349 \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/114-Part-Hn-293.jpg\" alt=\"\" width=\"604\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/114-Part-Hn-293.jpg 1303w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/114-Part-Hn-293-300x83.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/114-Part-Hn-293-1024x285.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 604px) 100vw, 604px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6349\" class=\"wp-caption-text\">Satz I, T. 114\u2013117, HN 293<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_6350\" style=\"width: 615px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/114-part-HN-1351.jpg\" target=\"_blank\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6350\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-6350 \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/114-part-HN-1351.jpg\" alt=\"\" width=\"605\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/114-part-HN-1351.jpg 1325w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/114-part-HN-1351-300x86.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/114-part-HN-1351-1024x293.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6350\" class=\"wp-caption-text\">Satz I, T. 114\u2013117, HN 1351<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left\">Mit dem Wechsel der Hauptquelle ist auch die in der alten Ausgabe anhand der autographen Quellen entwickelte These zu relativieren, Franck habe ein Phrasierungsprinzip in Abh\u00e4ngigkeit von der Dynamik verfolgt \u2013 unterschiedliche Bogensetzung zu gleichen Motiven an analogen Stellen: im Piano eher mit, im Forte eher ohne B\u00f6gen. Vielmehr scheint es, als ob der Komponist sich bem\u00fcht habe, in der nicht erhaltenen Stichvorlage oder in den ebenso verschollenen Fahnen die in den Handschriften durch Nachl\u00e4ssigkeit fehlenden B\u00f6gen nachzutragen oder Unterschiede anzugleichen. Dass er dabei nicht konsequent vorging und insbesondere bei Parallelstellen unterschiedliche Phrasierungen belie\u00df, steht auf einem anderen Blatt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Als 1975 niemand Geringeres als Yehudi Menuhin (1916\u201399) die Aufgabe \u00fcbernahm, die Geigenstimme f\u00fcr HN 293 zu bezeichnen, tat er dies auf der Grundlage der am Autograph orientierten Ausgabe. Gleichsam instinktsicher erg\u00e4nzte er eine Reihe von B\u00f6gen, machte also einen Schritt hin zu der \u2013 wie sich sp\u00e4ter herausstellte \u2013 vollkommen gerechtfertigten H\u00f6herbewertung der Erstausgabe. Um die verbleibenden L\u00fccken zu schlie\u00dfen, die sich aus dem ge\u00e4nderten Editionskonzept ergeben, konnten wir f\u00fcr die Revision Menuhins Meistersch\u00fcler Daniel Hope gewinnen, der mit seinem Lehrer die Franck-Sonate \u00fcber mehrere Jahre hinweg einstudieren durfte und daher wie kein anderer die notwendige Anpassung vornehmen konnte. Hinzu kamen daher nun auch alternative Bezeichnungen, die in der Edition kursiv unter dem System erscheinen. Sie entsprechen Menuhins charakteristischer Vorgehensweise, bestimmte Passagen auf unterschiedliche Weise zu gestalten, wie nachfolgendes Beispiel aus dem Ende des dritten Satzes zeigt:<\/p>\n<div id=\"attachment_6351\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/101-Hn-293.jpg\" target=\"_blank\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6351\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-6351 \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/101-Hn-293.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"118\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/101-Hn-293.jpg 1414w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/101-Hn-293-300x70.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/101-Hn-293-1024x241.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6351\" class=\"wp-caption-text\">Satz III, T. 101\u2013105, HN 293<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_6352\" style=\"width: 515px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/101-neu.jpg\" target=\"_blank\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6352\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-6352 \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/101-neu.jpg\" alt=\"\" width=\"505\" height=\"131\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/101-neu.jpg 965w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2016\/11\/101-neu-300x77.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 505px) 100vw, 505px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6352\" class=\"wp-caption-text\">Satz III, T. 101\u2013105, HN 1351<\/p><\/div>\n<p>Freuen Sie sich also auf eine revidierte Ausgabe auf der H\u00f6he der Zeit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Frage warum von Zeit zu Zeit Ausgaben des Henle-Katalogs &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2016\/11\/28\/auch-editionen-haben-ihre-geschichte-zur-revision-von-cesar-francks-violinsonate\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[87,423,88,325,339,3,407,86,455],"tags":[620,156,618,619],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6335"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6335"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6335\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6335"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6335"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6335"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}