{"id":6743,"date":"2017-05-22T08:00:49","date_gmt":"2017-05-22T06:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.henle.de\/blog\/de\/?p=6743"},"modified":"2017-05-22T11:30:36","modified_gmt":"2017-05-22T09:30:36","slug":"kleiner-fehler-grose-wirkung-uber-ein-%e2%80%9eim-nebel%e2%80%9c-herumgeisterndes-wiederholungszeichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2017\/05\/22\/kleiner-fehler-grose-wirkung-uber-ein-%e2%80%9eim-nebel%e2%80%9c-herumgeisterndes-wiederholungszeichen\/","title":{"rendered":"Kleiner Fehler, gro\u00dfe Wirkung! \u00dcber ein \u201eIm Nebel\u201c herumgeisterndes Wiederholungszeichen"},"content":{"rendered":"<p>Leo\u0161 Jan\u00e1\u010deks gro\u00dfartige Kammermusik, die wir in Kooperation mit der <a href=\"http:\/\/www.universaledition.com\/home\" target=\"_blank\">Wiener Universal Edition<\/a> ver\u00f6ffentlichen, bereichert ja nun schon seit einigen Jahren unseren Katalog mit dem Bl\u00e4sersextett <em>Ml\u00e1di <\/em>(<a href=\"http:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/index.html?Titel=Ml%C3%A1d%C3%AD+%28Jugend%29+-+Suite+f%C3%BCr+Blasinstrumente+f%C3%BCr+Fl%C3%B6te%2FPiccolo%2C+Oboe%2C+Klarinette+%28B%29%2C+H_1093\" target=\"_blank\">HN 1093<\/a>) und dem originellen <em>Marsch der Blaukehlchen<\/em> f\u00fcr Pikkolofl\u00f6te und Klavier (<a href=\"http:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/index.html?Titel=Marsch+der+Blaukehlchen+f%C3%BCr+Piccolofl%C3%B6te+und+Klavier%0D%0A%0D%0A_1143\" target=\"_blank\">HN 1143<\/a>). Aber nun d\u00fcrfen auch die Pianisten sich auf Jan\u00e1\u010dek in bester Urtext-Qualit\u00e4t freuen, denn inzwischen ist der vierteilige Klavierzyklus <em>Im Nebel<\/em> (<a href=\"http:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/index.html?Titel=Im+Nebel_1247\" target=\"_blank\">HN 1247<\/a>) erschienen. Auch hier war philologische Gr\u00fcndlichkeit f\u00fcr unseren Jan\u00e1\u010dek -Spezialisten Ji\u0159\u00ed Zahr\u00e1dka wieder mit gro\u00dfem Aufwand verbunden, da das Werk nicht nur in mehreren autographen Niederschriften sowie zwei zum Teil stark \u00fcberbearbeiteten Abschriften vorliegt, sondern auch noch verschiedene Druckausgaben existieren.<\/p>\n<div id=\"attachment_6745\" style=\"width: 384px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/EA-Titelblatt.jpg\" target=\"_blank\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6745\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-6745   \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/EA-Titelblatt.jpg\" alt=\"\" width=\"374\" height=\"510\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/EA-Titelblatt.jpg 569w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/EA-Titelblatt-220x300.jpg 220w\" sizes=\"(max-width: 374px) 100vw, 374px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6745\" class=\"wp-caption-text\">Erstausgabe, Br\u00fcnn 1913 (Br\u00fcnn, M\u00e4hrisches Landesmuseum, Jan\u00e1\u010dek -Archiv)<\/p><\/div>\n<p><!--more-->Jan\u00e1\u010dek hatte sich n\u00e4mlich mit dem damals noch schlicht \u201eMlhy\u201c (also \u201eNebel\u201c) \u00fcberschriebenen Klavierzyklus 1912 erfolgreich am Kompositionswettbewerb des Br\u00fcnner Vereins der Freunde der Kunst beteiligt. Daraufhin erschien das Werk 1913 als Jahresgabe des Vereins zwar im Druck (jetzt mit dem heute bekannten Titel \u201eV mlh\u00e1ch\u201c, also \u201eIm Nebel\u201c), errang aber keine weite Verbreitung. Erst ein gutes Jahrzehnt sp\u00e4ter sollte 1924 bei Jan\u00e1\u010deks Prager Haus-Verlag Hudebn\u00ed matice eine revidierte Ausgabe erscheinen, die dem Werk den Weg in eine breitere \u00d6ffentlichkeit ebnete.<\/p>\n<p>Initiiert wurde diese Revision interessanterweise nicht vom Komponisten selbst, sondern von dem Pianisten und P\u00e4dagogen V\u00e1clav \u0160t\u00e9pan, der den Zyklus mehrfach aufgef\u00fchrt und sich mit Jan\u00e1\u010dek intensiv dar\u00fcber ausgetauscht hatte. Im November 1923 sandte er dem Komponisten seine, vermutlich in ein Exemplar der Erstausgabe eingetragene Revision mit der Versicherung, dass er \u201emit der allergr\u00f6\u00dften Ehrfurcht gegen\u00fcber jeder einzelnen Note vorgegangen\u201c sei und sich im Allgemeinen darauf beschr\u00e4nkt habe, \u201eIhre Vorstellungen so klar wie m\u00f6glich f\u00fcr alle Pianisten zu machen, insbesondere f\u00fcr die weniger selbst\u00e4ndigen\u201c. Der einzige gr\u00f6\u00dfere Eingriff betraf die Passage mit den absteigenden 32tel-L\u00e4ufen in Nr. 4 (T. 117\u2013124), die \u0160t\u00e9pan auf Jan\u00e1\u010deks ausdr\u00fccklichen Wunsch ge\u00e4ndert hatte (siehe unten). Die Revision fand beim Komponisten uneingeschr\u00e4nkte Zustimmung. Umgehend antwortete er: \u201eHochgesch\u00e4tzter Herr Doktor! Ich danke Ihnen herzlich f\u00fcr die Bearbeitung. Sie sollte auf dem Titelblatt erw\u00e4hnt werden.\u201c Und so geschah es:<\/p>\n<div id=\"attachment_6748\" style=\"width: 367px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/Rev.-Ausgabe-Titelblatt.jpg\" target=\"_blank\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6748\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-6748    \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/Rev.-Ausgabe-Titelblatt.jpg\" alt=\"\" width=\"357\" height=\"467\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6748\" class=\"wp-caption-text\">Revidierte Ausgabe, Prag 1924 (Br\u00fcnn, M\u00e4hrisches Landesmuseum, Jan\u00e1\u010dek -Archiv)<\/p><\/div>\n<p>Die zwischen \u0160t\u00e9pan und Jan\u00e1\u010dek ausgetauschte Quelle ist heute leider verschollen, aber der Vergleich der beiden Druckausgaben l\u00e4sst erkennen, dass die Revision sich in der Tat im Wesentlichen auf auff\u00fchrungspraktische Angaben wie Dynamik und Pedal sowie die rhythmisch pr\u00e4zise Ausnotierung improvisatorisch anmutender Figuren beschr\u00e4nkte. Sie konnte daher auch problemlos auf den Stichplatten der Vorg\u00e4nger-Ausgabe ausgef\u00fchrt werden. Nur f\u00fcr die oben erw\u00e4hnte Stelle in Nr. 4 musste eine neue Platte f\u00fcr Seite 16 gestochen werden:<\/p>\n<div id=\"attachment_6778\" style=\"width: 623px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/Vergleich-S1.jpg\" target=\"_blank\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6778\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-6778 \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/Vergleich-S1-1024x690.jpg\" alt=\"\" width=\"613\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/Vergleich-S1-1024x690.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/Vergleich-S1-300x202.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 613px) 100vw, 613px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6778\" class=\"wp-caption-text\">Nr. 4, T. 95\u2013122, links die Erstausgabe, rechts die rev. Ausgabe (Zum Vergr\u00f6\u00dfern anklicken)<\/p><\/div>\n<p>Die sorgf\u00e4ltig revidierte und \u201ef\u00fcr alle Pianisten\u201c optimierte Ausgabe von 1924 dokumentiert zweifelsohne die Fassung letzter Hand und ist damit ganz klar Hauptquelle unserer Edition. Wo liegt also das Problem? Einfach darin, dass auch diese Quelle noch Fragen aufwirft. Und dabei geht es nicht um die millimetergenaue L\u00e4nge einer Decrescendo-Gabel oder \u201eStrich oder Punkt\u201c f\u00fcr Staccato, sondern zum Beispiel um die fundamentale Frage, ob und wie in St\u00fcck Nr. 3 der zweite Teil zu wiederholen ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_6783\" style=\"width: 378px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/AG-S.-11-Kopie.jpg\" target=\"_blank\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6783\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-6783  \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/AG-S.-11-Kopie-726x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"368\" height=\"518\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/AG-S.-11-Kopie-726x1024.jpg 726w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/AG-S.-11-Kopie.jpg 1627w\" sizes=\"(max-width: 368px) 100vw, 368px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6783\" class=\"wp-caption-text\">Rev. Ausgabe, Nr. 3, T. 36\u2013Ende (Zum Vergr\u00f6\u00dfern anklicken)<\/p><\/div>\n<p>Hier findet sich n\u00e4mlich in beiden Druckausgaben zu Beginn der 3. Zeile, vor T. 49, ein h\u00f6chst \u00fcberraschendes Wiederholungszeichen, dem sein Gegenpart, also das schlie\u00dfende Zeichen, fehlt. Das k\u00f6nnte nat\u00fcrlich hei\u00dfen, dass man bis zum Ende des St\u00fcckes spielt\u00a0 und dann ab T. 49 wiederholt. Aber schauen Sie einmal genauer hin: In T. 48\/49 erklingt zum wiederholten Male die charakteristische Begleitfigur:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/bspl1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6770\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/bspl1.jpg\" alt=\"\" width=\"89\" height=\"56\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/bspl1.jpg 400w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/bspl1-300x189.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 89px) 100vw, 89px\" \/><\/a>Ein Neueinsetzen mit der zweiten H\u00e4lfte dieser Figur auf der ersten Z\u00e4hlzeit von T. 49 ist nach dem Schlusstakt musikalisch nicht denkbar (und gleiches gilt auch f\u00fcr den theoretisch zum Neubeginn einladenden Fermatentakt 67). Der gedruckte Notentext macht also keinen Sinn. Und so haben findige Herausgeber seit jeher versucht, dieser Stelle auf andere Weise Sinn einzuhauchen, indem sie die Wiederholung schon ab T. 37 beginnen lassen, so dass der gesamte zweite Teil zweimal erklingt, oder der Wiederholung ab T. 49 zumindest die erste H\u00e4lfte der Begleitfigur voranstellen.<\/p>\n<p>Beides scheint eine musikalische sinnvolle L\u00f6sung des Problems zu sein \u2013 und die erste Variante mit der vollst\u00e4ndigen Wiederholung ab T. 37 ist so weit verbreitet, dass auch ich das St\u00fcck jahrelang nur so kannte! Aber sie liefert keine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, wie es zu dem falsch positionierten Wiederholungszeichen in T. 49 kam. Dies ist erst zu l\u00f6sen, wenn man die bereits erw\u00e4hnten fr\u00fcheren Abschriften zurate zieht, in denen dieser Abschnitt mehrfach ver\u00e4ndert wurde. Zun\u00e4chst war dieser zweite Teil n\u00e4mlich deutlich k\u00fcrzer (25 statt 32 Takte) und wurde daf\u00fcr wiederholt; zudem begann er im dreifachen Pianissimo und \u2013 last but not least \u2013 entbehrte er noch die erw\u00e4hnte Begleitfigur.<\/p>\n<div id=\"attachment_6759\" style=\"width: 606px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/AB1-23-24.jpg\" target=\"_blank\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6759\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-6759   \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/AB1-23-24-1024x623.jpg\" alt=\"Abschrift 1, Nr. 3, fr\u00fchere Fassung, T. 28 bis Ende \/\/ (Br\u00fcnn, M\u00e4hrisches Landesmuseum, Jan\u00e0\u010dek -Archiv)\" width=\"596\" height=\"362\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/AB1-23-24-1024x623.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/AB1-23-24-300x182.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/AB1-23-24.jpg 1800w\" sizes=\"(max-width: 596px) 100vw, 596px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6759\" class=\"wp-caption-text\">Abschrift 1, Nr. 3, fr\u00fchere Fassung, T. 28 bis Ende (Br\u00fcnn, M\u00e4hrisches Landesmuseum, Jan\u00e1\u010dek -Archiv), (Zum Vergr\u00f6\u00dfern anklicken) <\/p><\/div>\n<p>In der offenbar zun\u00e4chst zeilengleich kopierten Abschrift 2 wurden just diese Takte mehrfach \u00fcberarbeitet, zun\u00e4chst durch Rasuren, dann mit einer \u00dcberklebung f\u00fcr die ersten Takte des <em>Poco mosso<\/em>, die den Schreibraum um eine Akkolade (auf 6 statt vorher 5) erweiterte. Dies war n\u00f6tig, weil sich nun die Begleitfigur durch die Fortissimo-Akkorde schl\u00e4ngelt und die Einf\u00fcgung mehrere Takte fordert. Aber auch auf der \u00dcberklebung wurde noch mehrfach rasiert und korrigiert, weswegen die Takte 37 bis 52 sehr schlecht lesbar sind.<\/p>\n<div id=\"attachment_6785\" style=\"width: 616px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/AB2-9rv-Kopie.jpg\" target=\"_blank\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6785\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-6785 \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/AB2-9rv-Kopie-1024x654.jpg\" alt=\"\" width=\"606\" height=\"387\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/AB2-9rv-Kopie-1024x654.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2017\/05\/AB2-9rv-Kopie-300x191.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 606px) 100vw, 606px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6785\" class=\"wp-caption-text\">Abschrift 2, Nr. 3, sp\u00e4tere Fassung, T. 28 bis Ende  (Br\u00fcnn, M\u00e4hrisches Landesmuseum, Jan\u00e1\u010dek -Archiv) (Zum Vergr\u00f6\u00dfern anklicken)<\/p><\/div>\n<p>Man kann aber erkennen, dass am Ende der vorletzten Akkolade, nach T. 48, kein normaler, sondern ein doppelter Taktstrich steht, der das Ende eines Abschnitts kennzeichnet. In diesem Kontext ist dann auch das uns nur allzu bekannte Wiederholungszeichen vor T. 49, zu Beginn der n\u00e4chsten Zeile mit zwei Schr\u00e4gstrichen notiert, logisch. Und auf der n\u00e4chsten Seite ist erkennbar, dass am Doppelstrich vor dem <em>Tempo I<\/em> das schlie\u00dfende Wiederholungszeichen ausrasiert wurde.<\/p>\n<p>Die zwischen den Zeichen notierten Takte sollten also zun\u00e4chst einmal wiederholt werden. Im Zuge der Revision wurde diese Wiederholung offenbar gestrichen \u2013 aber das zu Zeilenbeginn verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig unauff\u00e4llig platzierte Zeichen vor T. 49 blieb dabei versehentlich stehen (ebenso wie der doppelte Taktstrich nach T. 48, der sp\u00e4testens nach Eintrag der Begleitfigur nicht mehr sinnvoll war). So fand es Eingang in die Drucke, wo es ebenfalls unauff\u00e4llig am Zeilenbeginn steht und so selbst dem pr\u00fcfenden Auges des Revisors \u0160t\u00e9pan entging.<\/p>\n<p>Folgt man dieser Erkl\u00e4rung, so ergibt sich als einzig logische Konsequenz, dass das Wiederholungszeichen in T. 49 zu streichen und Nr. 3 in der Fassung letzter Hand ohne jegliche Wiederholung des zweiten Teils zu spielen ist. Genau so finden wir es auch schon in einer sp\u00e4teren Auflage der revidierten Ausgabe, die 1938 erschien. Da war Jan\u00e1\u010dek aber schon ein Jahrzehnt tot und zudem enth\u00e4lt die Ausgabe weitere sicher nicht autorisierte Eingriffe in den Notentext, weswegen sie als Quelle nicht vertrauensw\u00fcrdig ist. Unsere Urtext-Ausgabe streicht das Wiederholungszeichen aus den besagten Gr\u00fcnden trotzdem \u2013 kennzeichnet diesen Eingriff aber selbstverst\u00e4ndlich und liefert an entsprechender Stelle eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr alle, die hier eine Wiederholung \u201evermissen\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leo\u0161 Jan\u00e1\u010deks gro\u00dfartige Kammermusik, die wir in Kooperation mit der &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2017\/05\/22\/kleiner-fehler-grose-wirkung-uber-ein-%e2%80%9eim-nebel%e2%80%9c-herumgeisterndes-wiederholungszeichen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[335,301,3,102],"tags":[644,266,75],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6743"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6743"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6743\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6743"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6743"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6743"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}