{"id":8256,"date":"2019-07-08T08:00:52","date_gmt":"2019-07-08T06:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.henle.de\/blog\/de\/?p=8256"},"modified":"2019-07-04T09:44:10","modified_gmt":"2019-07-04T07:44:10","slug":"froberger-rueckblick-und-ausblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2019\/07\/08\/froberger-rueckblick-und-ausblick\/","title":{"rendered":"Froberger \u2013 R\u00fcckblick und Ausblick"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_8267\" style=\"width: 296px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Titelbild-Libro-Quarto.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-8267\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-8267\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Titelbild-Libro-Quarto.jpg\" alt=\"\" width=\"286\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Titelbild-Libro-Quarto.jpg 955w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Titelbild-Libro-Quarto-300x205.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Titelbild-Libro-Quarto-768x524.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 286px) 100vw, 286px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8267\" class=\"wp-caption-text\">Titelseite des Libro Quarto (1656). Quelle: http:\/\/data.onb.ac.at\/rep\/10040126<\/p><\/div>\n<p>Wie die Zeit vergeht \u2013 diese wenig originelle Erkenntnis ereilte mich, als ich vor einer Woche meinen neuen Froberger-Blog zu planen begann. Denn ich hatte das Gef\u00fchl, den <a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2016\/11\/14\/johann-jacob-froberger-zum-400-geburtstag\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">letzten Beitrag zu diesem Thema<\/a> doch gerade erst vor Kurzem geschrieben zu haben. Weit gefehlt! Es war 2016, vor 3 Jahren, als ich unsere <a href=\"https:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/?Titel=Ausgew%C3%A4hlte+Werke+f%C3%BCr+Tasteninstrument_1361\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ausgabe<\/a> zu Frobergers 400. Geburtstag vorstellte. Dieser Querschnitt sollte aber sozusagen nur ein \u201eAppetizer\u201c sein, ein \u00dcberblick \u00fcber die Gattungen f\u00fcr Tasteninstrument, die Froberger immer wieder bediente: Toccata, Fantasia, Canzone, Suite (Froberger verwendet stets den gleichbedeutenden Begriff Partita). Darunter sind die Suiten zweifellos die ber\u00fchmtesten Werke Frobergers, und in unserer Auswahlausgabe haben wir (nat\u00fcrlich) aus dem Suitenschaffen gleich das beliebteste St\u00fcck ausgew\u00e4hlt: die Partita \u201eauff die Mayerin\u201c, deren einzelne S\u00e4tze Variationen auf das seinerzeit beliebte Volkslied darstellen.<!--more--><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/HN-1091.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-8262\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/HN-1091.jpg\" alt=\"\" width=\"174\" height=\"230\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/HN-1091.jpg 1851w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/HN-1091-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/HN-1091-768x1013.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/HN-1091-776x1024.jpg 776w\" sizes=\"(max-width: 174px) 100vw, 174px\" \/><\/a>Aber das sollte nat\u00fcrlich nicht das letzte Wort des G. Henle Verlags zum Thema Froberger darstellen. Gemeinsam mit dem niederl\u00e4ndischen Cembalisten, Organisten und Musikwissenschaftler <a href=\"http:\/\/www.pieterdirksen.nl\/index.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pieter Dirksen<\/a> machten wir Pl\u00e4ne, eine gr\u00f6\u00dfere Sammlung mit Werken Frobergers herauszubringen. Nach eingehender Beratung reifte dann der Entschluss, <a href=\"https:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/?Titel=Suiten+f%C3%BCr+Tasteninstrument_1091\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">s\u00e4mtliche Suiten in einem Band<\/a> zu ver\u00f6ffentlichen \u2013 ein Gro\u00dfprojekt, an dessen Vorbereitung wir flei\u00dfig arbeiten. Die Edition wird s\u00e4mtliche Suiten enthalten, die autograph in den beiden gro\u00dfen Sammelhandschriften <a href=\"http:\/\/digital.onb.ac.at\/RepViewer\/viewer.faces?doc=DTL_3684669&amp;order=1&amp;view=SINGLE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Libro secondo<\/a> und <a href=\"http:\/\/digital.onb.ac.at\/RepViewer\/viewer.faces?doc=DTL_3685862&amp;order=1&amp;view=SINGLE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Libro quarto<\/a> \u00fcberliefert sind, dar\u00fcber hinaus diejenigen Suiten aus der abschriftlichen \u00dcberlieferung, die mit einiger Wahrscheinlichkeit Froberger zuzuschreiben sind. Enthalten sind nat\u00fcrlich auch die ber\u00fchmten Tombeaus und Lamentationen, sodass der Band auf insgesamt gut 30 Werke kommt. Ein Schwergewicht, voll mit herrlicher Musik (davon durfte ich mich, dem diese Musik nur in Teilen bekannt war, beim Lektorieren \u00fcberzeugen)!<\/p>\n<p>Die Quellenlage ist f\u00fcr viele dieser Suiten ausgezeichnet, ja, oft sogar \u201ezu\u201c gut (will sagen: Es sind oft sehr viele Quellen nur f\u00fcr ein Werk allein \u00fcberliefert). Bei den autograph \u00fcberlieferten St\u00fccken ist die Frage nach dem Komponistenwillen meist leicht zu beantworten. Schwieriger wird es bei den Werken, die nur in Abschriften erhalten sind. Denn die Vielzahl der Quellen \u00fcberliefert eine Vielzahl von Varianten \u2013 ein Zeichen daf\u00fcr, dass die Werke Frobergers au\u00dferordentlich beliebt und in der improvisatorischen Auff\u00fchrungspraxis der Zeit fest verankert waren. Hier gilt es auszuw\u00e4hlen, was wohl dem Willen Frobergers nahe kommt und was nicht. Kein ganz leichtes Unterfangen, au\u00dferdem soll der Notentext unserer Ausgabe \u00fcbersichtlich bleiben, weshalb nur die plausibelsten solcher Varianten dokumentiert werden.<\/p>\n<p>Blickt man aus der Vogelperspektive auf diese Edition, so stellt man fest, dass man doch immer wieder vor \u00e4hnlichen Problemen steht \u2013 und das sind, abgesehen von der Variantenproblematik, vor allem Vorzeichenfragen. Da unsere Suiten-Ausgabe noch nicht erh\u00e4ltlich ist (sie erscheint erst Ende des Jahres), hier ein paar Beispiele, die ich der oben erw\u00e4hnten Auswahlausgabe entnommen habe. Und vielleicht legt sich der ein oder andere Leser daraufhin diesen \u201eAppetizer\u201c zu, sollte er noch nicht im heimischen Notenschrank stehen.<\/p>\n<p>Die \u201eMayerin\u201c-Suite besteht aus dem Liedthema (Prima Partita), gefolgt von f\u00fcnf Variationen (Seconda, Terza, Quarta, Quinta, Sesta Partita); die letzten beiden S\u00e4tze bilden eine Courante \u00fcber das Liedthema (inklusive Double, also wiederum eine Variation der Courante) sowie eine Sarabande \u00fcber das gleiche Thema. Allen S\u00e4tzen liegt das gleiche motivisch-harmonische Schema zugrunde, das nur in der Partita Sesta, einer von Chromatik durchsetzten Variation nennenswert aufgebrochen wird. Froberger variiert in den anderen S\u00e4tzen vor allem durch Umspielungen und Passagenwerk abwechselnd in beiden H\u00e4nden. Die Frage ist nun: Sollen die harmonischen Verl\u00e4ufe in den S\u00e4tzen wirklich absolut deckungsgleich mit dem Thema sein? Schauen wir uns das Ende von T. 6 an:<\/p>\n<div id=\"attachment_8257\" style=\"width: 1595px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-1-T.-6.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-8257\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-8257 size-full\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-1-T.-6.jpg\" alt=\"\" width=\"1585\" height=\"334\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-1-T.-6.jpg 1585w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-1-T.-6-300x63.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-1-T.-6-768x162.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-1-T.-6-1024x216.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-1-T.-6-940x198.jpg 940w\" sizes=\"(max-width: 1585px) 100vw, 1585px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8257\" class=\"wp-caption-text\">Prima Partita, T. 4\u20136<\/p><\/div>\n<p>Das Lied wendet sich hier nach E-dur, Zwischendominante zum folgenden A-dur, das \u00fcber D-dur schlie\u00dflich in die Grundtonart G-dur f\u00fchrt. Was passiert mit diesem \u201eE-dur\u201c nun in den folgenden Variationen? Die Seconda und Terza Partita bilden es ziemlich originalgetreu ab, in der Quarta Partita jedoch stellt sich die Stelle so dar:<\/p>\n<div id=\"attachment_8258\" style=\"width: 1604px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-4-T.-6.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-8258\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-8258 size-full\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-4-T.-6.jpg\" alt=\"\" width=\"1594\" height=\"312\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-4-T.-6.jpg 1594w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-4-T.-6-300x59.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-4-T.-6-768x150.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-4-T.-6-1024x200.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1594px) 100vw, 1594px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8258\" class=\"wp-caption-text\">Quarta Partita, T. 4\u20136<\/p><\/div>\n<p>Das Aufl\u00f6sungszeichen in unserer Edition steht nicht in der Quelle, es handelt sich um ein blo\u00dfes Warnvorzeichen, denn erinnern wir uns: gem\u00e4\u00df den Notationsgewohnheiten ungef\u00e4hr bis Bach, gilt ein Vorzeichen jeweils nur f\u00fcr die folgende Note und nicht f\u00fcr den ganzen Takt, geschweige denn f\u00fcr alle Oktavlagen (dazu siehe den <a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2014\/05\/12\/mindestens-haltbar-bis%e2%80%a6-wie-lange-gilt-ein-vorzeichen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blogbeitrag vom 12.05.2014<\/a>). Also: Von E-dur ist hier keine Spur, das liegt vor allem an der fehlenden Terz; aber auch die Noten <em>c<\/em><sup>2<\/sup> und <em>d<\/em><sup>2<\/sup> klingen \u201ekomisch\u201c, wenn man das so salopp sagen darf. \u201eKomisch\u201c kam das auch <a href=\"https:\/\/www.musiklexikon.ac.at\/ml\/musik_A\/Adler_Guido.xml\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Guido Adler<\/a> vor, der in seiner bis heute grundlegenden Edition die beiden Noten zu <em>cis<\/em><sup>2<\/sup> und <em>dis<\/em><sup>2<\/sup> \u00e4nderte. Offenbar war ihm dieser Gedanke aber sp\u00e4t gekommen, denn die Vorzeichen sind ganz offensichtlich erst sp\u00e4ter auf den Platten erg\u00e4nzt worden.<\/p>\n<div id=\"attachment_8259\" style=\"width: 2519px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Adler-Partita-4-T-6.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-8259\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-8259 size-full\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Adler-Partita-4-T-6.jpg\" alt=\"\" width=\"2509\" height=\"466\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Adler-Partita-4-T-6.jpg 2509w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Adler-Partita-4-T-6-300x56.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Adler-Partita-4-T-6-768x143.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Adler-Partita-4-T-6-1024x190.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 2509px) 100vw, 2509px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8259\" class=\"wp-caption-text\">Quarta Partita, T. 4\u20136. Edition von Guido Adler in Denkm\u00e4ler der Tonkunst in \u00d6sterreich Bd. 13, 1959<\/p><\/div>\n<p>Kann es sein, dass Froberger die Vorzeichen einfach vergessen hat? Sah er, trotz alter Vorzeichenregel, das Kreuzvorzeichen vor <em>dis<\/em><sup>1<\/sup> in der ersten Takth\u00e4lfte auch weiterhin f\u00fcr g\u00fcltig an, auch in der oberen Oktave? War f\u00fcr ihn der Bezug zum Thema so stark, dass er \u201eE-dur\u201c als selbstverst\u00e4ndlich erachtete? Und hat Froberger das Vorzeichen vor <em>c<\/em><sup>2<\/sup>, das dann zu <em>cis<\/em><sup>2<\/sup> wird, einfach vergessen? Oder h\u00f6ren wir mit \u201emodernen Ohren\u201c einfach falsch, und die Noten <em>c<\/em><sup>2<\/sup>\u2013<em>d<\/em><sup>2<\/sup> stellen \u00fcberhaupt kein Problem dar?<\/p>\n<p>Die meisten dieser Fragen sind wohl nicht endg\u00fcltig zu entscheiden. Nur die Sache mit dem \u201eE-dur\u201c als zwingender Bezug zum Thema kann relativ schnell entkr\u00e4ftet werden. In der Courante etwa schreibt Froberger an der gleichen Stelle e-moll. Es ist also keinesfalls so, dass die Variationen harmonisch deckungsgleich mit dem Thema sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Schauen wir zum Schluss noch auf die Quinta Partita. Hier finden wir nun, an der gleichen Stelle, die Note <em>cis<\/em>, die wir in der Quarta Partita so vermisst haben. Ein <em>dis<\/em> ist hingegen auch hier nicht notiert.<\/p>\n<div id=\"attachment_8270\" style=\"width: 502px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Libro-Secondo-T.-6.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-8270\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-8270 \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Libro-Secondo-T.-6.jpg\" alt=\"\" width=\"492\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Libro-Secondo-T.-6.jpg 784w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Libro-Secondo-T.-6-300x116.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Libro-Secondo-T.-6-768x297.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 492px) 100vw, 492px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8270\" class=\"wp-caption-text\">Libro Secondo. Quinta Partita, T. 6. Quelle: http:\/\/data.onb.ac.at\/rep\/10040126<\/p><\/div>\n<p>An dieser Stelle stimmt Guido Adler \u00fcbrigens mit unserer Edition \u00fcberein.<\/p>\n<div id=\"attachment_8271\" style=\"width: 1594px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-5-T.-6-1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-8271\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-8271 size-full\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-5-T.-6-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1584\" height=\"275\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-5-T.-6-1.jpg 1584w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-5-T.-6-1-300x52.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-5-T.-6-1-768x133.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2019\/07\/Partita-5-T.-6-1-1024x178.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1584px) 100vw, 1584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8271\" class=\"wp-caption-text\">Quinta Partita, T. 4\u20136<\/p><\/div>\n<p>Die Ursachen f\u00fcr die Problematik dieser Stelle liegen auf zwei Ebenen:<\/p>\n<p>1) Wie zuverl\u00e4ssig ist die Setzung von Vorzeichen in den Quellen? Schreibt Froberger konsequent nach der \u201ealten Regel\u201c, wonach ein Vorzeichen immer nur f\u00fcr die unmittelbar folgende Note gilt?<\/p>\n<p>2) Wie eng ist das Verh\u00e4ltnis Thema-Variation zu sehen? Diese Frage stellt sich in unserem in Vorbereitung befindlichen Gesamtband der Suiten immer wieder. Denn auch wenn Froberger abgesehen von der Mayerin keine \u201eVariationen\u201c im engeren Sinne schreibt, so kommen doch zahllose Doubles vor, die jeweils den Hauptsatz variierend umspielen. Und auch die einzelnen, eigentlich unabh\u00e4ngigen S\u00e4tze einer Suite weisen harmonische und motivische Gemeinsamkeiten auf, sind also h\u00e4ufig als freie Variationenreihen angelegt. Muss ein Herausgeber, wenn die Quellen unklar sind (siehe Punkt 1), die harmonischen Gegebenheiten immer an das Grundmodell des Themas angleichen?<\/p>\n<p>Diese und \u00e4hnliche Fragen sind bei der Froberger-Edition t\u00e4gliches Brot, und ich bin gespannt, was die Blog-Leserschaft dazu meint!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie die Zeit vergeht \u2013 diese wenig originelle Erkenntnis ereilte &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2019\/07\/08\/froberger-rueckblick-und-ausblick\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[617,301,3],"tags":[612,72],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8256"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8256"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8256\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}