{"id":8600,"date":"2020-01-27T08:00:11","date_gmt":"2020-01-27T07:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.henle.de\/blog\/de\/?p=8600"},"modified":"2020-02-04T15:49:52","modified_gmt":"2020-02-04T14:49:52","slug":"beethoven-bei-mozart-zu-besuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2020\/01\/27\/beethoven-bei-mozart-zu-besuch\/","title":{"rendered":"Beethoven bei Mozart zu Besuch. Zur Entstehungsgeschichte von Beethovens Mozart-Variationen WoO 40 aus den Erinnerungen von Johann Nepomuk Hummel (Erstver\u00f6ffentlichung)"},"content":{"rendered":"<p>Die hier erz\u00e4hlte Anekdote ist zwar frei erfunden, k\u00f6nnte sich jedoch so oder \u00e4hnlich durchaus abgespielt haben; siehe dazu auch die gesicherten Belege in den Fu\u00dfnoten<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_8607\" style=\"width: 203px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Johann-nepomuk-hummel.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-8607\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-8607\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Johann-nepomuk-hummel.jpg\" alt=\"Johann Nepomuk Hummel (1778 \u2013 1837)\" width=\"193\" height=\"261\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Johann-nepomuk-hummel.jpg 832w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Johann-nepomuk-hummel-222x300.jpg 222w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Johann-nepomuk-hummel-768x1039.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Johann-nepomuk-hummel-757x1024.jpg 757w\" sizes=\"(max-width: 193px) 100vw, 193px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8607\" class=\"wp-caption-text\">Johann Nepomuk Hummel (1778 \u2013 1837)<\/p><\/div>\n<p><em>Als uns der sechzehnj\u00e4hrige Ludwig Beethoven Mitte Februar 1787 besuchte, hing Meister Mozart seinen sch\u00f6nen Erinnerungen an Prag nach. Erst kurz zuvor war er zu uns nach Wien zur\u00fcckgekehrt<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[ii]<\/a> und hatte uns begeistert von seinem Besuch in der b\u00f6hmischen Hauptstadt erz\u00e4hlt. \u00dcberschw\u00e4nglich gefeiert und auf H\u00e4nden getragen h\u00e4tten sie ihn. Meister Mozart schw\u00e4rmte regelrecht von \u201eseinen Pragern\u201c, die ihn \u201everst\u00fcnden\u201c<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[iii]<\/a>. Die Gr\u00e4fin Thun<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[iv]<\/a> hatte ihm noch vor seiner Prag-Reise von einem gewissen \u201eLudwig Beethoven aus Bonn\u201c vorgeschw\u00e4rmt, er \u201em\u00fcsse\u201c ihn am Klavier h\u00f6ren. Er sei ein \u201eg\u00f6ttlich Wunder\u201c (nun, das kennen wir ja \u2026). Ohne seine Eltern werde dieser Ludwig alsbald hier nach Wien kommen, eigens um ihn, Mozart, zu sehen. Dieser Ludwig liebe seine Musik so sehr und er w\u00fcnsche sehnlichst seinen Unterricht. <\/em><!--more--><\/p>\n<p><em>Aber Mozart wollte partout nicht: \u201eIch befass mich halt nit gern mit Unterrichten; \u00b4s nimmt mir zu viel von meiner Zeit und st\u00f6rt mich in meinen Arbeiten\u201c<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[v]<\/a>. Bis dann Constanze auf ihn eingeredet hat wie auf einen Kranken: \u201eWie kannst Du nur der Gr\u00e4fin Thun diesen Wunsch abschlagen? Du wei\u00dft doch, welche Freundin wir an ihr haben. Dieser Ludwig mag begabt sein oder nicht \u2026\u201c usw. Schlie\u00dflich willigte Meister Mozart dann doch ein: \u201eMag er vorbeikommen, wann er will. Aber Unterricht gebe ich ihm partout keinen. Immerhin haben wir hier schon unseren Nepomagnus\u201c, schmeichelte er mir.<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_8609\" style=\"width: 185px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Thirteen-year-old_Beethoven.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-8609\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-8609\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Thirteen-year-old_Beethoven.jpg\" alt=\"\" width=\"175\" height=\"217\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Thirteen-year-old_Beethoven.jpg 912w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Thirteen-year-old_Beethoven-242x300.jpg 242w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Thirteen-year-old_Beethoven-768x953.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Thirteen-year-old_Beethoven-825x1024.jpg 825w\" sizes=\"(max-width: 175px) 100vw, 175px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8609\" class=\"wp-caption-text\">angeblich Ludwig van Beethoven (ca. 1783)<\/p><\/div>\n<p><em>Meister Mozart dachte also die ganze Zeit \u00fcber wehm\u00fctig an die sch\u00f6nen Prager Wochen zur\u00fcck. Den von der Gr\u00e4fin Thun angek\u00fcndigten Besuch dieses angeblichen Wunderkinds aus Bonn hatte er v\u00f6llig vergessen. Pl\u00f6tzlich standen die beiden in der Stube, die Gr\u00e4fin und der Ludwig. Mozart sa\u00df gerade am Klavier und probierte Ideen f\u00fcr seine neue Oper aus, die \u00fcbrigens \u201eDon Giovanni\u201c hei\u00dfen soll. Da stand dann nun also dieser recht klein gewachsene, nicht allzu h\u00fcbsche Ludwig aus der kurk\u00f6lnischen Residenzstadt im Raume, aber adrett herausgeputzt muss ich sagen. Neben ihm die elegante Thunin. Ich war sogleich \u00fcberrascht, denn wider Erwarten blickte der Junge den Meister mit seinen gro\u00dfen schwarzen, fast gl\u00fchenden Augen nicht etwa bescheiden oder gar unterw\u00fcrfig an, sondern voller herausfordernder Erwartung.<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eNun, aus Bonn vom Rhein kommt er also eigens hierher an die Donau zu mir gereist?\u201c beginnt Mozart etwas gelangweilt das Gespr\u00e4ch. Ich stehe die ganze Zeit lang im Eck und werde gar nicht beachtet. \u201eJa mei, Euer Erzherzog Maximilian Franz h\u00e4tte mich ja gar zu gerne nach K\u00f6ln geholt<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[vi]<\/a>; aber, g\u00e4nzlich entre nous, ist er nicht a recht dummer, fetter Kerl?<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[vii]<\/a> Ha ha, er wird ihn doch nicht etwa hergeschickt haben, um mich doch noch aus Wien abzuwerben?\u201c<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[viii]<\/a> Beethovens Aufmerksamkeit gilt aber von Anfang an dem gro\u00dfen Fortepiano mit dem darunter gestellten Pedal, das mit den Tasten zum Fenster steht<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[ix]<\/a>. \u201eDarf ich f\u00fcr ihn spielen? Bitte! Und funktionieren etwa die Pedale wie bei einer Orgel?\u201c \u2013 \u201eNun mal nicht so rasch mein Junge. Wie alt ist er denn und wer sind seine Eltern? Er ist vermutlich beim Erzherzog in Anstellung? Welche Instrumente spielt er denn noch au\u00dfer dem Klavier?\u201c So entspinnt sich erst einmal ein kleiner Dialog, der jedoch nicht recht vom Fleck kommen mag. Der junge Beethoven ist bockig, mag nicht recht reden. Aber nicht etwa, weil er aufgeregt oder unsicher w\u00e4re. Nein, es ist offensichtlich, dass er einzig und allein unserem Meister Mozart am Klavier etwas vorspielen will. Na, werden ja gleich sehen, ob er\u2019s so gut kann wie ich.<\/em><\/p>\n<p><em>Mozart \u00e4fft kurz den lustigen rheinischen Dialekt des Jungen nach, dann erkundigt er sich noch, ob sein Gast denn auch schon etwas komponiert habe und was es sei. Denn in seinem Alter habe er schon hunderte Sachen produziert, beispielshalber mehrere Opern, Sinfonien, Klavier- und Kammerwerke. Das sch\u00fcchtert nun den jungen Ludwig, der mir immer sympathischer wird, dann doch kurzzeitig ein wenig ein, denn offenbar kann er als Komponist bisher recht wenig vorweisen<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[x]<\/a>. Seine St\u00e4rke sei das Klavier: \u201eDes Herrn Mozarts Clavierkonzerten rechne ich zum gr\u00f6\u00dften, was je gemacht wurde. Ich werde auch einmal eines aus c moll komponier\u2018n\u201c. Und ohne weiters zu fragen eilt er ans Klavier und sofort beginnt er in gewaltigem Forte das Unisono des Anfangs des Konzerts in c-moll.<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">[xi]<\/a> \u201eHalt ein, halt ein!\u201c unterbricht ihn sogleich der Meister. \u201eDas geht doch anfangs im piano, leise und gef\u00e4hrlich \u2013 woher hat er denn \u00fcberhaupt die Noten? Das hat er ja falsch einstudiert. Moduliere er doch einmal aus dem c-Moll in andere T\u00f6ne und fantasiere uns etwas Sch\u00f6nes\u201c.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Ludwig, zuerst zusammengezuckt, jetzt aber sichtlich angespornt von dieser Anweisung, beginnt also nochmals in zartem Piano die ersten Moll-Takte vom Mozart-Konzert, greift aber sogleich die gro\u00dfen Spr\u00fcnge des Hauptmotivs auf und moduliert in andere Harmonien. Immer weiter und weiter, ganz anders als es der Meister komponiert hatte. Es ist wirklich staunenswert, wie weit er sich dabei \u2013 gewagt, eigensinnig und doch f\u00fcr uns Kenner immer verst\u00e4ndlich \u2013 aus der Grundtonart entfernt. Meister Mozart wird immer aufmerksamer, seine Spannung steigt. Sichtlich erregt steht er dann pl\u00f6tzlich auf und geht ans Klavier. Beethoven hat seine Umgebung aber v\u00f6llig vergessen; immer weiter geht es, rasende L\u00e4ufe und Akkordbrechungen der Rechten, die Finger fliegen \u00fcber zum Teil schmerzhaft dissonante Akkorde der Linken; in staunenswert sauberem Legato eilen Unisono- und Terzen-Passagen beider H\u00e4nde hinauf und wieder hinunter, \u00fcber die ganze Tastatur bis ganz hinab; es erklingt auch rhythmisch allerhand Vertracktes. Einmal, kurz vor Ende seiner Fantasie m\u00fcndet das Furioso geschickt in eine kurze, ruhige Passage erlesener Kl\u00e4nge: er deutet hierbei zart das himmlische Es-Dur-Thema aus dem langsamen Satz des c-Moll-Konzerts an. Nach einem dominantischen Doppeltriller geht es dann in wilder Jagd dem Ende zu. Noch kurz ein retardierender neapolitanischer Sextakkord als Trugschluss und dann schlie\u00dft eine mehrfach wiederholte Kadenz in c-moll die spontan improvisierte Vorf\u00fchrung ab.<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_8610\" style=\"width: 221px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Wolfgang-amadeus-mozart_1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-8610\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-8610\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Wolfgang-amadeus-mozart_1.jpg\" alt=\"\" width=\"211\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Wolfgang-amadeus-mozart_1.jpg 1392w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Wolfgang-amadeus-mozart_1-234x300.jpg 234w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Wolfgang-amadeus-mozart_1-768x984.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Wolfgang-amadeus-mozart_1-799x1024.jpg 799w\" sizes=\"(max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8610\" class=\"wp-caption-text\">Wolfgang Amadeus Mozart (1756 \u2013 1791)<\/p><\/div>\n<p><em>Ich bin wahrhaft beeindruckt. Grandios. Er ist mindestens so gut wie ich, eine unglaublich starke linke Hand, vielleicht insgesamt etwas derber im Spiel, aber wirklich ein Wunderknabe; beim Improvisieren ist er viel sicherer und viel wagemutiger als ich. Aber ob das wohl alles dem Meister recht gefiel? \u201eDerart Spiel habe ich noch nie geh\u00f6rt \u2013 in ihm steckt wahrlich der Satan, junger Herr\u201c<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">[xii]<\/a> meint Meister Mozart nach dem letzten verklungenen Akkord. Er legt vertraulich seine Hand auf Ludwigs Schulter. Wie ich wei\u00df, ist dies eine Auszeichnung, ja fast ein Ritterschlag. Ludwig, seine dunklen Haare inzwischen etwas zerzaust, die Wangen ger\u00f6tet, schaut ihn direkt, ohne Scheu, geradezu provozierend an. \u201eEr spielt bravour\u00f6s!\u201c Dann wechselt er ins vertrauliche \u201eDu\u201c. \u201eAn Fingerfertigkeit mangelt es Dir nun wirklich gar nicht, vielleicht aber doch noch ein wenig an gutem Geschmack. Ich f\u00fcrchtete auch ein ums andere Mal um meinen guten Walter. Das Fortepiano, mein Lieber, wie der Name schon sagt, und anders als das Clavicembalo, erlaubt uns Klavierspielern viele Nuancen. N\u00fctzen wir sie doch zum Ausdruck. Nun ja, Du bist noch jung. Ich meine, Du solltest noch mehr das feine Spiel aufsuchen; und meide das Grobe. Mehr Singe-Klavier als Hammer-Klavier, mein Bester! Und noch wichtiger: Mehr Ausdruck als hohle Raserei und Kraftmeierei.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>Beethoven ist entt\u00e4uscht, schaut auf die Tasten. Er hatte wohl mit gr\u00f6\u00dferem Lob und mit weniger Kritik aus dem Mund seines verg\u00f6tterten Idols gerechnet. Ob er wohl nicht bemerkt hat, dass ihn Meister Mozart mit seinen Worten \u2013 wie wenige sonst \u2013 als Musikus anerkennt? Selten h\u00f6rte ich ihn so wohlwollend reden. \u201eNoch einmal: Du bist ein wahrer Virtuos, Dein Talent ist superieur. Man wird noch von Dir h\u00f6ren in der Welt<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">[xiii]<\/a>. Allein \u2026, es fehlt Dir \u2026 ein wenig der Schliff und gutes Vorbild.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>Pl\u00f6tzlich wendet sich der Meister direkt an mich, den Beethoven bisher v\u00f6llig \u00fcbersehen hatte. \u201eNepomukl, magst Du dem jungen Herrn aus Bonn nicht ein paar Variationes aus dem Stegreif spielen? Ich will dem Ludwig zeigen, wie singendes und rundes Klavierspiel gehen kann. Ludwig, Du wirst es kaum glauben: schau, dieser schm\u00e4chtige Junge, kaum mehr als die H\u00e4lfte Deines Alters, ist schon ein ausgewachsener Virtuos, einer unserer Besten. Er geht bei mir, sozusagen, in die Lehre, ja er wohnt auch meist hier bei mir. Ich setze viel auf ihn. Er ist nat\u00fcrlich noch nicht ganz fertig, so auch Du noch nicht. Du wirst gleich h\u00f6ren, wo der Unterschied liegt, woran Du noch arbeiten sollst. Pumukl: Du kennst doch meinen \u201eFigaro\u201c. Wie w\u00e4r\u2018s mit Se vuol ballare?\u201c<a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\">[xiv]<\/a><\/em><\/p>\n<p><em>Und Meister Mozart selbst setzt sich auf die Klavierbank, schiebt den Ludwig rutschend auf die Seite und spielt leise das Se vuol ballare-Thema an. F-dur, mit D\u00e4mpfung, zart getupft, wie ein pizzicato, fast wie eine Harfe. Ein simpler Triosatz, pure Musik. Den mit der Dominante \u00f6ffnenden Schlussteil wiederholt er dabei abrundend. Welch ein Kontrast zum zuvor Geh\u00f6rten. Eleganz, Klangsinn, Form, einfachste technische Mittel, und: wie gemacht f\u00fcr Variationen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich z\u00f6gere nicht. Setze mich an die Tasten und spiele, so gut es halt geht und wie es mir grad einf\u00e4llt. Zuerst noch einmal das Thema, um es besser in die Finger und in den Sinn zu bekommen. Und dann in etwa so, wie es mir der Meister als Richtschnur immer wieder angibt: Erst ein paar rasche Figurationes \u00fcber das Thema, dann auch mal die Melodie verschwinden lassen und nur \u00fcber die Harmonie improvisiert. Die linke Hand nicht vergessen. Auch eine langsame Variation und eine in der terzia minor ist dabei. Letztere gelingt mir sehr gut. Und zum Beschluss Tempowechsel vom 3\/4tel- zum geraden Takt. Der Meister ist es zufrieden, und als ich den jungen Ludwig ansehe, ruft er spontan \u201eBravo! Formidable. Das h\u00e4tt\u2018 ich nie geglaubt. Du bist ein echter Kerl!\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>Meister Mozart r\u00e4t dem scheidenden Ludwig noch, sich insbesondere der Variation anzunehmen und sich darin am Klavier best\u00e4ndig fantasierend zu \u00fcben: \u201eDie Variatio setzt doch all unsere Fantasie frei; je einfacher das Material desto besser. Das Variieren l\u00e4sst uns viele Freiheiten und h\u00e4lt uns doch gleichzeitig in einem engen K\u00e4fig. Merk\u2018 er sich das! Ich glaube, er wird der Welt einstmals Gro\u00dfes in der Variatio leisten\u201c, setzt er lachend-schulterklopfend hinzu und verabschiedet rasch den dankbaren Ludwig und die Gr\u00e4fin. \u201eKomm er doch recht bald wieder her!\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>* * *<\/em><\/p>\n<p><em>Wir haben uns sofort danach ein bisschen angefreundet. Aber leider musste der Ludwig bald wieder nach Bonn zur\u00fcck, ich wei\u00df bis heute nicht genau warum. Er hat dazu immer geschwiegen. Und als er dann 5 Jahre sp\u00e4ter wiederkam \u2026 war unser Mozart schon tot.<\/em><\/p>\n<p><em>Als Compositeur ist mir der Ludwig heute himmelweit \u00fcberlegen, das gebe ich gerne zu. Als Virtuos am Klavier aber wohl dann doch nicht<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\">[xv]<\/a>. Wie mir Ludwig erz\u00e4hlte, hatte er \u2013 zur\u00fcck in Bonn \u2013 dann oft und viel am Klavier \u00fcber verschiedene Themen variationsm\u00e4\u00dfig improvisiert. Vor allem \u00fcber Themen aus Opern unseres viel zu fr\u00fch hingeschiedenen Meisters, vornehmlich aus der Zauberfl\u00f6te, die er sehr liebe. Er will dazu bald einmal etwas auskomponieren, vielleicht mit der Begleitung eines Violoncells, hat er mir neulich erz\u00e4hlt. Noch in Bonn hat der Ludwig dann in Erinnerung an seine einzige und ihm so wertvolle Begegnung mit dem Meister 12 Variationen \u00fcber \u201eunsere\u201c Figaro-Cavatina Se vuol ballare richtiggehend komponiert und f\u00fcr\u2018s Klavier allein aufgeschrieben<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\">[xvi]<\/a>. Kurz bevor der Ludwig dann endlich zu uns nach Wien zur\u00fcckkam, erg\u00e4nzte er noch eine Violin-Stimm, somit Variationen f\u00fcr Klavier und Violine \u2013 die beiden \u201eMozart\u201c-Instrumente. Er hat diese Variationen zu Ehren des Meisters in Wien zum Druck geben. Dort kamen sie beim Drucker Artaria schon im Juli 1793 heraus. Nota bene mit der Opuszahl 1<a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\">[xvii]<\/a>, und mit einer Widmung an seine Freundin Eleonora aus Bonn<a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\">[xviii]<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber bevor es der Artaria zum Druck erhielt, setzte der Ludwig hier in Wien noch rasch eine Coda hinzu<a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\">[xix]<\/a>. Aber was f\u00fcr eine! Man meint ja zun\u00e4chst, sie sei nach ein paar Takten beendet und ist erfreut. Aber nein, welcher Schreck: nach einer stillen Pause setzt die Musik erneut ein, jetzt auf dem tiefen D.<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_8605\" style=\"width: 633px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Coda-T.-28ff.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-8605\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-8605\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Coda-T.-28ff.jpg\" alt=\"\" width=\"623\" height=\"362\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Coda-T.-28ff.jpg 2382w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Coda-T.-28ff-300x174.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Coda-T.-28ff-768x446.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Coda-T.-28ff-1024x595.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 623px) 100vw, 623px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8605\" class=\"wp-caption-text\">Beethoven, Variationen \u00fcber Mozarts &#8220;Se vuol ballare&#8221;, Coda T. 28 ff.<\/p><\/div>\n<p><em>Und dann schwingt sie sich erst lombardisch dann chromatisch in gl\u00fcckliche, jubelnd trillernde H\u00f6hen auf. Unser viel zu fr\u00fch verstorbene Meister h\u00e4tte es nicht sch\u00f6ner hingebracht. Nat\u00fcrlich verleugnet auch diese Coda nicht den neuen Meister: Pl\u00f6tzlich tritt n\u00e4mlich noch zum hohen Triller in der Rechten vertrackt die Melodiestimme hinzu.<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_8606\" style=\"width: 632px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Coda-T.-49ff.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-8606\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-8606\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Coda-T.-49ff.jpg\" alt=\"\" width=\"622\" height=\"326\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Coda-T.-49ff.jpg 2346w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Coda-T.-49ff-300x157.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Coda-T.-49ff-768x402.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/01\/Coda-T.-49ff-1024x536.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 622px) 100vw, 622px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8606\" class=\"wp-caption-text\">Beethoven, Variationen \u00fcber Mozarts &#8220;Se vuol ballare&#8221;, Coda T. 49 ff.<\/p><\/div>\n<p><em>Das kann kaum einer spielen<a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\">[xx]<\/a>. Ausgenommen nat\u00fcrlich wir beide, der Ludwig und ich.<\/em><\/p>\n<p><small><br \/>\n<a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a> In den Jahren ca. 1787\/88 lebte der etwa 9-j\u00e4hrige Johann Nepomuk <strong>Hummel<\/strong> (1778 \u2013 1837) angeblich in Mozarts Haushalt und war \u00fcber l\u00e4ngere Zeit dessen Sch\u00fcler. In den einschl\u00e4gigen Mozart-Briefen oder anderen Prim\u00e4rquellen gibt es dazu keinerlei Beleg; sehr wohl jedoch aus dem Umkreis der Hummel-Biografik. An der Tatsache selbst hegt auch die Mozart-Forschung keinen Zweifel. Siehe: Otto Erich Deutsch, Mozart. Die Dokumente seines Lebens, Kassel 1961 [im Folgenden zitiert als: Deutsch\/Dokumente], S. 303, 452, 481 f. (\u201eDer kleine Hummel wird 1787 Mozarts Sch\u00fcler\u201c), in: Johannes Hummel \u00fcber seinen Sohn Johann Nepomuk (1873). Siehe auch: <a href=\"http:\/\/www.jnhummel.info\/en\/lifeearlylife.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.jnhummel.info\/en\/lifeearlylife.php<\/a> und <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Nepomuk_Hummel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Nepomuk_Hummel<\/a><br \/>\n<strong>Beethovens <\/strong>erster Wien-Aufenthalt fand, neueren Erkenntnissen zufolge, bereits ab Januar 1787 statt, musste dann aber, angeblich wegen der pl\u00f6tzlichen Erkrankung seiner Mutter, etwa M\u00e4rz\/April wieder zur\u00fcck nach Bonn; siehe: Johannes Hoyer, Wann reiste Beethoven erstmals nach Wien?, in: <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Beethoven_and_Mozart\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Beethoven_and_Mozart<\/a>. Ob er in Wien sein gro\u00dfes Idol, Mozart, tats\u00e4chlich pers\u00f6nlich traf, ist umstritten aber gut m\u00f6glich. Zwar gibt es dazu keine belastbaren Dokumente, und weder er noch Mozart selbst verloren auff\u00e4lliger Weise je ein Wort dar\u00fcber. Bekannt ist jedoch die im folgenden verlinkte Anekdote, die sich in der durchaus seri\u00f6sen Mozart-Biographie von Otto Jahn (S. 306 f.) findet, der in Fu\u00dfnote noch bekr\u00e4ftigend hinzusetzt: \u201eDer obige Bericht ist mir aus Wien aus guter Quelle mitgetheilt\u201c: <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?redir_esc=y&amp;hl=de&amp;id=b4UfAAAAYAAJ&amp;q=beethoven#v=snippet&amp;q=beethoven&amp;f=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/books.google.de\/books?redir_esc=y&amp;hl=de&amp;id=b4UfAAAAYAAJ&amp;q=beethoven#v=snippet&amp;q=beethoven&amp;f=false<\/a>.<\/small><\/p>\n<p><small><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a> Mozarts erster Prag-Aufenthalt datiert 11. Januar bis ca. 8. Februar 1787 (Deutsch\/Dokumente, S. 250 f.)<br \/>\n<a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[iii]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.mozartbiografie.de\/uebersicht\/prag\/prag.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.mozartbiografie.de\/uebersicht\/prag\/prag.htm<\/a>.<\/small><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[iv]<\/a> Maria Wilhelmine von Thun und Hohenstein <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Maria_Wilhelmine_von_Thun_und_Hohenstein\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Maria_Wilhelmine_von_Thun_und_Hohenstein<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[v]<\/a> Zitiert aus: \u201eDer kleine Hummel \u2026\u201c (Deutsch\/Dokumente, S. 481).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[vi]<\/a> Brief Mozarts an seinen Vater, 23.1.1782 <a href=\"http:\/\/dme.mozarteum.at\/DME\/briefe\/letter.php?mid=1226&amp;cat=\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/dme.mozarteum.at\/DME\/briefe\/letter.php?mid=1226&amp;cat=<\/a> \u201ebey diesem [Erzherzog Maximilian Franz] kann ich sagen da\u00df ich alles gelte \u2013 er streicht mich bey allen gelegenheiten hervor \u2013 und ich wollte fast gewis sagen k\u00f6nnen, da\u00df wenn er schon Churf\u00fcrst von k\u00f6lln w\u00e4re, ich auch schon sein kapellmeister w\u00e4re\u201c (Briefausgabe, Bauer-Deutsch Nr. 660, Z. 38 \u2013 41).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[vii]<\/a> Brief Mozarts an seinen Vater, 17.11.1781 <a href=\"http:\/\/dme.mozarteum.at\/DME\/briefe\/letter.php?mid=1207&amp;cat=\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/dme.mozarteum.at\/DME\/briefe\/letter.php?mid=1207&amp;cat=<\/a> (Briefausgabe, Bauer-Deutsch Nr. 641, Z. 40 ff.).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[viii]<\/a> Siehe die entsprechende Spekulation bei Lewis Lockwood, Beethoven. The Music and the Life, New York und London, 2003, S. 40.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[ix]<\/a> <a href=\"https:\/\/mozarteum.at\/mozarts-instrumente\/#mozarts-originalinstrumente-section\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/mozarteum.at\/mozarts-instrumente\/#mozarts-originalinstrumente-section<\/a> (unter: \u201eMozarts Hammerklavier\u201c)<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[x]<\/a> Gem\u00e4\u00df Beethoven-Werkverzeichnis (<a href=\"https:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/?Titel=Thematisch-bibliographisches+Werkverzeichnis_2207\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/?Titel=Thematisch-bibliographisches+Werkverzeichnis_2207<\/a>), Band 2, S. 799, sind es bis 1787 nur ca. 12 Kompositionen, darunter die 3 Klaviersonaten WoO 47 (\u201eKurf\u00fcrsten\u201c) und die drei Klavierquartette WoO 36.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[xi]<\/a> KV 491.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[xii]<\/a> Dieser Ausruf Gelineks ist einem Bericht Carl Czernys zu einem angeblichen Klavierwettbewerb zwischen Beethoven und dem Pianisten Abb\u00e9 Joseph Gelinek entnommen: <a href=\"https:\/\/bachtrack.com\/de_DE\/beethoven-gelinek-duell-competitions-november-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/bachtrack.com\/de_DE\/beethoven-gelinek-duell-competitions-november-2017<\/a>.<br \/>\nMan sehe sich auch die wunderbare Filmsequenz Daniel Steibelt \u201egegen\u201c Beethoven an: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qT8cBX893ic&amp;t=4s\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qT8cBX893ic&amp;t=4s<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[xiii]<\/a> Mozart soll ausgerufen haben: \u201eAuf den gebt Acht, der wird einmal in der Welt von sich reden machen!\u201c (Otto Jahn, S. 307).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[xiv]<\/a> Figaros Cavatina \u201eSe vuol ballare\u201c aus Mozarts Oper \u201eDie Hochzeit des Figaro\u201c: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3MdXqtQ1vJQ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3MdXqtQ1vJQ<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[xv]<\/a> Beethoven und Hummel galten zeitlebens als ebenb\u00fcrtige, wenn auch g\u00e4nzlich unterschiedliche Klaviervirtuosen: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/der-sozial-engagierte-unterstuetzer-beethovens.871.de.html?dram:article_id=224405\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/der-sozial-engagierte-unterstuetzer-beethovens.871.de.html?dram:article_id=224405<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[xvi]<\/a> Laut Beethoven-Werkverzeichnis ist es gut m\u00f6glich, dass der endg\u00fcltigen Fassung der Variationen f\u00fcr Klavier und Violine WoO 40 \u00fcber Mozarts \u201eSe vuol ballare\u201c eine urspr\u00fcngliche Bonner Fassung f\u00fcr Klavier solo vorausging; Band 2, S. 101 (WoO 40, <em>Zur Geschichte<\/em>).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[xvii]<\/a> Tats\u00e4chlich trug der Druck in seinen ersten Auflagen diese prominente Opus-Zahl, die erst nach Erscheinen der drei Klaviertrios \u201eOpus 1\u201c, 1795, vom Titelblatt verschwand (Beethoven-Werkverzeichnis, ebenda). Weiterf\u00fchrende Angaben zum Druck und zum Werk: <a href=\"https:\/\/da.beethoven.de\/sixcms\/detail.php?id=15110&amp;template=werkseite_digitales_archiv_de&amp;_eid=1502&amp;_ug=Klavier%20und%20ein%20weiteres%20Instrument&amp;_werkid=205&amp;_mid=Werke&amp;suchparameter=&amp;_seite=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/da.beethoven.de\/sixcms\/detail.php?id=15110&amp;template=werkseite_digitales_archiv_de&amp;_eid=1502&amp;_ug=Klavier%20und%20ein%20weiteres%20Instrument&amp;_werkid=205&amp;_mid=Werke&amp;suchparameter=&amp;_seite=1<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[xviii]<\/a> WoO 40 ist Beethovens Bonner Jugendfreundin Eleonore Brigitte von Breuning gewidmet (getauft 23.4.1771, Bonn, gestorben 13.6.1841, Koblenz): \u201eCompos\u00e9es et Dedies a Mademoiselle Eleonore de Breuning par Mr. Beethoven\u201d: <a href=\"https:\/\/da.beethoven.de\/sixcms\/detail.php?id=15110&amp;template=dokseite_digitales_archiv_de&amp;_eid=1502&amp;_ug=Klavier%20und%20ein%20weiteres%20Instrument&amp;_werkid=205&amp;_dokid=T00002973&amp;_opus=WoO%2040&amp;_mid=Werke&amp;suchparameter=&amp;_sucheinstieg=&amp;_seite=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/da.beethoven.de\/sixcms\/detail.php?id=15110&amp;template=dokseite_digitales_archiv_de&amp;_eid=1502&amp;_ug=Klavier%20und%20ein%20weiteres%20Instrument&amp;_werkid=205&amp;_dokid=T00002973&amp;_opus=WoO%2040&amp;_mid=Werke&amp;suchparameter=&amp;_sucheinstieg=&amp;_seite=1<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[xix]<\/a> Tats\u00e4chlich finden sich Skizzen zur Coda ausschlie\u00dflich auf Wiener Notenpapier, w\u00e4hrend das ganze \u00dcbrige auf Bonner Papier notiert ist (Beethoven-Werkverzeichnis, ebenda).<\/p>\n<p><small><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[xx]<\/a> Aus Beethovens Brief an Eleonore von Breuning vom 2.11.1793 (Widmungsschreiben): \u201e\u2026 die Variationen werden etwas schwer zum spielen seyn, besonders die Triller in der Coda, das darf sie aber nicht abschrecken, es ist so veranstaltet, das sie nichts als den Triller zu machen brauchen, die \u00fcbrigen Noten lassen sie aus, weil sie in der Violin Stimme auch vorkommen. nie w\u00fcrde ich so etwas gesezt haben, aber ich hatte schon \u00f6fter bemerkt, da\u00df hier und da einer in Wien war, welcher meistens, wenn ich des Abends fantasirt hatte, des andern Tages viele von meinen Eigenheiten aufschrieb, und sich damit Br\u00fcstete; weil ich nun voraus sahe, da\u00df bald solche Sachen erscheinen w\u00fcrden, so nahm ich mir vor ihnen zu vor zu kommen. eine andere Ursache war noch dabey, nemlich: die hiesigen Klawiermeister in verlegenheit zu sezen, manche davon sind meine Todtfeinde, und so wollte ich mich auf diese Art an ihnen r\u00e4chen, weil ich voraus wu\u00dfte, da\u00df man ihnen die Variationen hier und da vorlegen w\u00fcrde, wo die Herren sich denn \u00fcbel dabey produciren w\u00fcrden.\u201c <a href=\"https:\/\/da.beethoven.de\/sixcms\/detail.php?id=15110&amp;template=dokseite_digitales_archiv_de&amp;_eid=1502&amp;_ug=Klavier%20und%20ein%20weiteres%20Instrument&amp;_werkid=205&amp;_dokid=b188&amp;_opus=WoO%2040&amp;_mid=Werke&amp;suchparameter=&amp;_sucheinstieg=&amp;_seite=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/da.beethoven.de\/sixcms\/detail.php?id=15110&amp;template=dokseite_digitales_archiv_de&amp;_eid=1502&amp;_ug=Klavier%20und%20ein%20weiteres%20Instrument&amp;_werkid=205&amp;_dokid=b188&amp;_opus=WoO%2040&amp;_mid=Werke&amp;suchparameter=&amp;_sucheinstieg=&amp;_seite=1<\/a>.<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die hier erz\u00e4hlte Anekdote ist zwar frei erfunden, k\u00f6nnte sich &hellip; 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