{"id":9001,"date":"2020-09-14T08:00:26","date_gmt":"2020-09-14T06:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.henle.de\/blog\/de\/?p=9001"},"modified":"2020-09-10T10:00:43","modified_gmt":"2020-09-10T08:00:43","slug":"leichte-klaviersonaten-beethovens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2020\/09\/14\/leichte-klaviersonaten-beethovens\/","title":{"rendered":"Leichte Klaviersonaten Beethovens. LEICHTE KLAVIERSONATEN BEETHOVENS???"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/Fluegel.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-9010\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/Fluegel.jpg\" alt=\"\" width=\"173\" height=\"189\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/Fluegel.jpg 1174w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/Fluegel-275x300.jpg 275w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/Fluegel-939x1024.jpg 939w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/Fluegel-768x837.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 173px) 100vw, 173px\" \/><\/a>Der Titel f\u00fcr meinen heutigen Blogbeitrag schrieb sich so leicht, als ich ihn aus unserer gro\u00dfen Beethoven-Blog-Plan-Liste \u00fcbertrug, aber w\u00e4hrend meine Finger noch mit Tippen besch\u00e4ftigt waren, schaltete sich (vielleicht etwas zu sp\u00e4t) mein Hirn ein und erhob Einspruch: <em>Leichte<\/em> Klaviersonaten Beethovens? <em>Gibt\u02bcs nicht<\/em>! Das k\u00f6nnte also jetzt ein ganz kurzer Blogbeitrag werden, aber Sie ahnen es schon: So leicht machen wir es uns nicht\u2026<!--more--><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/HN-1391.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-9002\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/HN-1391.jpg\" alt=\"\" width=\"217\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/HN-1391.jpg 1851w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/HN-1391-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/HN-1391-776x1024.jpg 776w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/HN-1391-768x1013.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/HN-1391-1165x1536.jpg 1165w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/HN-1391-1553x2048.jpg 1553w\" sizes=\"(max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/><\/a>Es MUSS schlichtweg leichte Klaviersonaten Beethovens geben, denn schlie\u00dflich erschien vor nicht allzu langer Zeit eine Henle-Ausgabe, die den Titel tr\u00e4gt: \u201eBeethoven \u2013 f\u00fcnf leichte Klaviersonaten\u201c. Also doch! Der Band enth\u00e4lt die beiden Sonaten op. 49, die sogar das Wort \u201eleicht\u201c im Titel haben; zudem bietet der Band die beiden Sonaten op. 14 sowie die Sonate f-moll op. 2 Nr. 1. Mein Kollege Norbert Gertsch schreibt treffend im Vorwort: \u201eKeine der 32 Klaviersonaten Beethovens kann guten Gewissens als \u201aleicht\u2018 bezeichnet werden \u2013 die hier versammelten Werke sind jedoch im Kosmos des \u201aNeuen Testaments der Klaviermusik\u2018 (so Hans von B\u00fclow) die leichtesten.\u201c Ein perfekter Einstieg in Beethovens Sonatenwelt also, der noch dadurch erleichtert wird, dass die Sonaten im Band in aufsteigendem Schwierigkeitsgrad angeordnet sind, sodass sich der \u201eBerg\u201c Beethoven allm\u00e4hlich erklimmen l\u00e4sst, ausgehend von Opus 49, \u00fcber Opus 14, hin zu Opus 2 Nr. 1 als erstem Gipfel.<\/p>\n<p>(Als Fu\u00dfnote sei erw\u00e4hnt, dass es noch drei weitere \u201eleichte\u201c Sonaten von Beethoven gibt, die sogenannten <a href=\"https:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/?Titel=3+Klaviersonaten+WoO+47+%28Kurf%C3%BCrsten-Sonaten%29_255\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201eKurf\u00fcrsten\u201c-Sonaten<\/a>. Es handelt sich um Fr\u00fchwerke, die traditionell nicht zum Kanon der 32 Sonaten gez\u00e4hlt und daher im Henle Katalog unter die \u201eKlavierst\u00fccke\u201c eingeordnet werden, siehe <a href=\"https:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/?Titel=Klavierst%C3%BCcke_12\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">HN 12<\/a>. Das tut aber dem Reiz dieser St\u00fccke nat\u00fcrlich keinen Abbruch!).<\/p>\n<p>Fast jeder Klaviersch\u00fcler kennt die beiden Sonaten op. 49, sie eignen sich denn auch wirklich hervorragend f\u00fcr den Unterricht, wie nicht zuletzt das wunderbare <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=q5-aMR7NpDw&amp;t=1s\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tutorial von Anne Sch\u00e4tz<\/a> unter Beweis stellt. Ich lasse diese beiden bekannten Einstiegdrogen jedoch einmal beiseite und wende mich der Sonate E-dur op. 14 Nr. 1 zu. Der Grund daf\u00fcr ist ein ganz pers\u00f6nlicher: Im Klavierunterricht war dieses Werk die erste vollst\u00e4ndige Beethoven-Sonate, die ich \u00fcben durfte. Dass sie nicht so leicht ist, wie sie auf den ersten Blick scheint, musste ich schon in den ersten Takten erfahren. Der Beginn wirkt harmlos, eine kantable Melodie in der rechten Hand, begleitet von gem\u00fctlichen Akkorden der linken Hand. Nach diesem Beginn, den ein fortgeschrittener Sch\u00fcler leicht vom Blatt spielen kann, kam bei mir das gro\u00dfe Stolpern: die gebrochenen Terzen, die im Idealfall leicht durch die verschiedenen Register der Klaviatur perlen, gerieten bei mir fast immer daneben. Entweder sie erlitten eine Totalblockade oder sie \u201eeierten\u201c wenig elegant \u00fcber die Tastatur. Frustration garantiert!<\/p>\n<div id=\"attachment_9004\" style=\"width: 624px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-14_1_Beginn.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9004\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9004\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-14_1_Beginn.jpg\" alt=\"\" width=\"614\" height=\"307\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-14_1_Beginn.jpg 2429w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-14_1_Beginn-300x150.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-14_1_Beginn-1024x513.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-14_1_Beginn-768x384.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-14_1_Beginn-1536x769.jpg 1536w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-14_1_Beginn-2048x1025.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 614px) 100vw, 614px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9004\" class=\"wp-caption-text\">Beethoven, op. 14,1<\/p><\/div>\n<p>Ich habe mich schon damals gefragt, was macht diese Sonate so besonders? Warum ist hier vieles, was leicht aussieht, doch schwierig zu spielen? Ich hatte keine Antwort darauf, heute, mit frischem Blick, denke ich, es liegt vor allem am ungew\u00f6hnlichen Klaviersatz, der in gewissem Sinne unausgewogen erscheint. Immer wieder wechseln sich leichte Passagen mit sperrigen Stellen ab. Der Klaviersatz der Sonaten op. 49 wirkt demgegen\u00fcber homogener (anders herum formuliert: weniger \u00fcberraschend, und daher vermutlich leichter). Eine typische Textur f\u00fcr einen langsamen Satz sehe ich etwa in T. 16 ff. der Sonate op. 49 Nr. 1, 1. Satz: Gesangliche Melodie \u00fcber Alberti-B\u00e4ssen.<\/p>\n<div id=\"attachment_9006\" style=\"width: 632px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-49_1_T-15ff.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9006\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9006\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-49_1_T-15ff.jpg\" alt=\"\" width=\"622\" height=\"126\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-49_1_T-15ff.jpg 2453w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-49_1_T-15ff-300x61.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-49_1_T-15ff-1024x207.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-49_1_T-15ff-768x156.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-49_1_T-15ff-1536x311.jpg 1536w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-49_1_T-15ff-2048x415.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 622px) 100vw, 622px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9006\" class=\"wp-caption-text\">Beethoven, op. 49,1; 1. Satz T. 15 ff.<\/p><\/div>\n<p>Der Mittelsatz aus op. 14 Nr. 1 hingegen sieht ganz anders aus:<\/p>\n<div id=\"attachment_9007\" style=\"width: 629px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-14_1_2.Satz_.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9007\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9007\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-14_1_2.Satz_.jpg\" alt=\"\" width=\"619\" height=\"285\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-14_1_2.Satz_.jpg 2461w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-14_1_2.Satz_-300x138.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-14_1_2.Satz_-1024x471.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-14_1_2.Satz_-768x353.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-14_1_2.Satz_-1536x707.jpg 1536w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2020\/09\/op.-14_1_2.Satz_-2048x942.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 619px) 100vw, 619px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9007\" class=\"wp-caption-text\">Beethoven, op. 14,1; 2. Satz<\/p><\/div>\n<p>Akkordische Struktur, Unisono in den Oberstimmen der beiden H\u00e4nde, nahezu streng vierstimmiger Satz. Beethoven experimentiert und spielt, so ist mein Eindruck, in dieser \u201eleichten\u201c Sonate mit verschiedenen Satztypen, auch mit solchen, die man in einer Klaviersonate aus dieser Zeit eigentlich nicht erwartet.<\/p>\n<p>Erst k\u00fcrzlich entdeckte ich, dass auch in der Forschung \u00fcber diesen Punkt immer wieder spekuliert worden ist, unter anderem mit einem Erkl\u00e4rungsansatz, der mir die Augen \u00f6ffnete. Ein Autograph zur Sonate op. 14 Nr. 1 ist zwar nicht erhalten, wohl aber Skizzenmaterial, siehe z.B. das <a href=\"http:\/\/www.bl.uk\/manuscripts\/Viewer.aspx?ref=add_ms_29801_fs001r\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Skizzenbuch in der British Library<\/a>, insbesondere f. 121r-122v. Aus diesen Skizzen meinen einige Beethoven-Forscher herausgelesen zu haben, dass Beethoven urspr\u00fcnglich ein Werk f\u00fcr Streichquartett konzipierte und sich erst allm\u00e4hlich zu einer Klaviersonate umentschied. K\u00f6nnte das des R\u00e4tsels L\u00f6sung sein? Ist das ein Grund f\u00fcr den in Teilen ungew\u00f6hnlichen Klaviersatz? Wirkt dieser nicht stellenweise wie der Klavierauszug eines Streichquartetts?<\/p>\n<p>Die j\u00fcngere Beethoven-Forschung widerspricht und, so das <a href=\"https:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/?Titel=Dorfm%C3%BCller%2FGertsch%2FRonge%3A+Ludwig+van+Beethoven_2207&amp;setgeolang=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Beethoven-Werkverzeichnis<\/a>, \u201ewiderlegt diesen Ansatz\u201c. Merkw\u00fcrdigerweise war es aber ausgerechnet diese Sonate, bei der sich Beethoven entschloss, drei Jahre nach ihrem Erscheinen (1799) selbst ein Arrangement anzufertigen, das 1802 im Druck erschien. F\u00fcr welche Instrumente? Ausgerechnet <a href=\"https:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/?Titel=Streichquartette+I_9139\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Streichquartett<\/a>!<\/p>\n<p>Beethoven stand solchen \u00dcbertragungen generell \u00e4u\u00dferst skeptisch gegen\u00fcber. Wenn schon, so seine Meinung, sollte es der Komponist des Originalwerkes selbst sein, der eine Klaviersonate f\u00fcr Streichinstrumente arrangiert, auf keinen Fall aber ein fremder Arrangeur. An Breitkopf &amp; H\u00e4rtel schreibt er:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\"><em>\u201edie unnat\u00fcrliche Wuth, die man hat, sogar Klaviersachen auf Geigeninstrumente \u00fcberpflanzen zu wollen, Instrumente die so einander allem entgegengesetzt sind, m\u00f6chte wohl aufh\u00f6ren k\u00f6nnen, ich behaupte fest, nur Mozart k\u00f6nne sich selbst vom Klavier auf andere Instrumente \u00fcbersetzen, sowie Haydn auch \u2013 und ohne mich an beide gro\u00dfe M\u00e4nner anschlie\u00dfen zu wollen, behaupte ich es von meinen Klaviersonaten auch, da nicht allein ganze Stellen g\u00e4nzlich wegbleiben und umge\u00e4ndert werden m\u00fcssen, so mu\u00df man \u2013 noch hinzuthun, und hier steht der mi\u00dfliche Stein des Ansto\u00dfes, den um zu \u00fcberwinden man entweder selbst der Meister sein mu\u00df, oder wenigstens dieselbe Gewandtheit und Erfindung haben mu\u00df \u2013 ich habe eine einzige Sonate von mir in ein Quartett f\u00fcr G.[eigen]I.[nstrumente] verwandelt, warum man mich so sehr bat, und ich wei\u00df gewi\u00df, das macht mir nicht so leicht ein andrer nach.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ein gesundes Selbstbewusstsein! Die Streichquartettbearbeitung der Sonate op. 14 Nr. 1 also als Einzelfall, der zeigt, wie geschickt Beethoven das gleiche musikalische Material f\u00fcr g\u00e4nzlich verschiedene Instrumente einzurichten vermag. Verschaffen Sie sich doch selbst einmal einen Eindruck und vergleichen beide Fassungen f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=mL6O-d4dPfc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Klavier<\/a> bzw. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=R1RKRaj5H_U\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Streichquartett<\/a>.<\/p>\n<p>Auch wenn die Forschung davon ausgeht, dass die \u201eleichte\u201c E-dur-Sonate von Beginn an als Klaviersonate erdacht worden ist und auch wenn Beethoven seine geniale \u00dcbertragung f\u00fcr Streichquartett in h\u00f6chsten T\u00f6nen lobt \u2013 ist es nicht merkw\u00fcrdig, dass ausgerechnet diese Sonate, die einen streckenweise ungew\u00f6hnlichen Klaviersatz aufweist, zum Muster f\u00fcr die \u00dcbertragungskunst wurde? H\u00e4tte Beethoven mit jeder x-beliebigen seiner Sonaten \u00e4hnlich verfahren k\u00f6nnen? Bietet sich ein Arrangement nicht gerade in diesem Fall besonders an? Oder schwankte Beethoven vielleicht doch von Kompositionsbeginn an zwischen beiden Besetzungsm\u00f6glichkeiten, fuhr also sozusagen zweigleisig?<\/p>\n<p>Die neue Urtextausgabe von Perahia\/Gertsch der originalen Klavierfassung ber\u00fccksichtigt jedenfalls auch die Streichquartettfassung. Hier noch ein Zitat aus dem Vorwort: \u201eDie \u00dcbertragung bietet durch die wesentlich detailliertere Bezeichnung der Stimmen mit Dynamik und Artikulation die Chance, R\u00fcckschl\u00fcsse auf die in der Klaviersonaten-Gattung \u00fcbliche sparsame, oft eben leider auch l\u00fcckenhafte Bezeichnung zu ziehen. H\u00e4ufig geht die \u00dcbertragung ganz eigene musikalische Wege, die eine Ber\u00fccksichtigung in der vorliegenden Edition verbietet \u2013 manchmal jedoch gibt die Lesart in der \u00dcbertragung gute Hinweise auf die Interpretation der Klaviersonate, die wir dem Musiker nicht vorenthalten wollen.\u201c<\/p>\n<p>Ich hoffe, Sie sind neugierig geworden, sich bei dieser \u201eleichten\u201c, ungew\u00f6hnliche Sonate op. 14 Nr. 1 einmal selbst auf Entdeckungsreise zu begeben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Titel f\u00fcr meinen heutigen Blogbeitrag schrieb sich so leicht, &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2020\/09\/14\/leichte-klaviersonaten-beethovens\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[52,293,301,3],"tags":[7,657],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9001"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9001"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9001\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9018,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9001\/revisions\/9018"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9001"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9001"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9001"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}