{"id":9194,"date":"2021-01-18T08:00:37","date_gmt":"2021-01-18T07:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.henle.de\/blog\/de\/?p=9194"},"modified":"2021-01-19T07:19:22","modified_gmt":"2021-01-19T06:19:22","slug":"ein-frischer-blick-auf-bachs-klavierpartiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2021\/01\/18\/ein-frischer-blick-auf-bachs-klavierpartiten\/","title":{"rendered":"Ein frischer Blick auf Bachs Klavierpartiten"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_9195\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/JSBach.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9195\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9195\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/JSBach.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"299\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/JSBach.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/JSBach-211x300.jpg 211w\" sizes=\"(max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9195\" class=\"wp-caption-text\">Johann Sebastian Bach (1685\u20131750)<\/p><\/div>\n<p>Viele Leser (und Spieler!) werden es schon bemerkt haben: Nach und nach revidieren wir unsere Urtextausgaben der Klavierwerke von Johann Sebastian Bach. Wie bei allen Revisionen, die wir in den letzten Jahren im Lektorat angesto\u00dfen haben, gilt auch hier: der bisher erh\u00e4ltliche Urtext ist keineswegs falsch oder schlecht. Revidiert wird der Notentext nur dann, wenn die Forschung zu dem jeweiligen Komponisten neue Erkenntnisse zutage gef\u00f6rdert hat (etwa wenn neue Quellen aufgetaucht sind) oder wenn man die Kommentierung der Ausgabe auf den neuesten wissenschaftlichen Stand bringen m\u00f6chte. Meine Kollegin Annette Oppermann hat vor einigen Jahren <a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2012\/10\/15\/wie-lange-halt-eigentlich-urtext-revisionen-im-henle-verlag\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zum Thema \u201eRevision\u201c einen Blog-Beitrag<\/a> geschrieben, auf den ich hier unbedingt verweisen m\u00f6chte.<!--more--><\/p>\n<p>Oft ist es bei einer Revision so, dass sich im eigentlichen Notentext gegen\u00fcber der bisherigen Ausgabe gar nicht so viel \u00e4ndert. Das ist beruhigend, denn es zeigt doch, dass der Henle-Urtext keineswegs ein Verfallsdatum hat! Oft erf\u00fcllt uns diese Erkenntnis mit gro\u00dfem Respekt vor unseren Vorg\u00e4ngern: Obwohl ihnen manche musikwissenschaftliche Erkenntnis oder gar Quelle noch nicht zur Verf\u00fcgung stand, lagen sie mit ihrer Sicht auf den Notentext doch goldrichtig!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN-0518.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-9196\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN-0518.jpg\" alt=\"\" width=\"241\" height=\"318\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN-0518.jpg 1851w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN-0518-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN-0518-776x1024.jpg 776w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN-0518-768x1013.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN-0518-1165x1536.jpg 1165w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN-0518-1553x2048.jpg 1553w\" sizes=\"(max-width: 241px) 100vw, 241px\" \/><\/a>Die Revision der <a href=\"https:\/\/www.henle.de\/de\/suche\/?q=HN+518&amp;katalog=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sechs Partiten BWV 825\u2013830<\/a> (auch weiterhin wahlweise erh\u00e4ltlich mit oder ohne Fingersatz) ist im Grunde ein solcher Fall, bei dem die Neubesch\u00e4ftigung mit den Quellen keine fundamentale Zeitenwende eingel\u00e4utet hat. Wie denn auch? Denn f\u00fcr ein Werk von Johann Sebastian Bach ist die \u00dcberlieferung der Partiten ein Traum. Der Zyklus war dem Komponisten so wichtig, dass er ihn im Selbstverlag im Druck erscheinen lie\u00df. Musik zu drucken war in Bachs Zeit keineswegs eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit \u2013 in der Regel dienten Abschriften der Verbreitung musikalischer Werke. Bach ver\u00f6ffentlichte die Partiten zun\u00e4chst in Einzeldrucken und fasste sie 1731 schlie\u00dflich in einem Sammeldruck als \u201eOpus 1\u201c zusammen, der in den Folgejahren zwei weitere Auflagen erfuhr. Offensichtlich eine Erfolgsgeschichte. Dass Bach den Druck beaufsichtigte, ist unbestritten, er korrigierte auch in den verschiedenen Auflagen immer wieder den Notentext. Wie kann es also bei einer solchen Quellenlage Unsch\u00e4rfen im Notentext geben, wo wir doch einen von Bach selbst freigegebenen und sorgf\u00e4ltig korrigierten Druck als Grundlage haben?<\/p>\n<p>Klar, auch dieser Druck ist nicht fehlerfrei und l\u00e4sst hier und da Interpretationsspielraum offen. Aber das ist nicht das eigentliche Problem. Viel st\u00e4rker wiegt, dass in vielen der \u00fcberlieferten Druckexemplare handschriftliche Erg\u00e4nzungen zu finden sind, deren Bedeutung erst in j\u00fcngster Zeit vollst\u00e4ndig erkannt wurde. Man wusste von diesen Erg\u00e4nzungen auch schon in der \u201ealten\u201c Ausgabe. In der Zwischenzeit sind jedoch weitere Korrekturexemplare aufgetaucht, die man damals noch nicht kannte. Und auch in der Bewertung traut sich die Forschung heute etwas weiter vor als in fr\u00fcherer Zeit, indem sie mit gr\u00f6\u00dferer Sicherheit annimmt, dass die meisten dieser Erg\u00e4nzungen und Korrekturen direkt oder indirekt auf Bach selbst zur\u00fcckgehen. Abgesehen von diesen annotierten Druckexemplaren gibt es eine parallele abschriftliche \u00dcberlieferung, \u00fcber die man ebenfalls heute mehr wei\u00df als zu den Zeiten der ersten Partiten-Ausgabe im G. Henle Verlag. Zu allen Details sei die Lekt\u00fcre von <a href=\"https:\/\/www.henle.de\/media\/foreword\/0518.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vorwort<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.henle.de\/media\/review\/0518.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quellenbewertung<\/a> von unserem Herausgeber Ullrich Scheideler empfohlen.<\/p>\n<p>Was bedeutet das aber nun konkret f\u00fcr unsere revidierte Ausgabe? Vereinfacht k\u00f6nnte man es vielleicht so sagen: An den \u201eharten Fakten\u201c des Notentextes hat sich durch die Revision wenig ge\u00e4ndert. Durch die breitere Quellenbasis und die neuen Erkenntnisse ist der Text jedoch nun \u201eoffener\u201c geworden. Ullrich Scheideler bietet in seiner Edition weitaus mehr Alternativen an als die bisherige Ausgabe.<\/p>\n<p>Die allermeisten Erg\u00e4nzungen in den annotierten Druckexemplaren beziehen sich auf Ornamente. Teilweise hat es den Anschein, als habe Bach im Unterricht exemplarisch zeigen wollen, wie man einen Notentext im Extremfall auszieren kann. Ob all diese hinzugef\u00fcgten Ornamente wirklich zu spielen sind \u2013 das ist die Frage. Auch wissen wir nicht, ob Bach sie als tats\u00e4chlichen Bestandteil des fixierten Notentextes verstanden wissen wollte. Daher \u00fcbernimmt unsere Ausgabe diese Vielzahl von Ornamenten nicht \u201eblind\u201c in den Notentext, sondern kennzeichnet die Herkunft dieser Zus\u00e4tze durch eckige Klammern. Einer der am st\u00e4rksten verzierten S\u00e4tze ist das Menuett II aus der B-dur-Partita, das in der neuen Edition nun so aussieht:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518MenuettII-10.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-9197 size-full\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518MenuettII-10.jpg\" alt=\"\" width=\"1330\" height=\"611\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518MenuettII-10.jpg 1330w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518MenuettII-10-300x138.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518MenuettII-10-1024x470.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518MenuettII-10-768x353.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1330px) 100vw, 1330px\" \/><\/a>Die Erg\u00e4nzungen in [ ] sind f\u00fcr den Pianisten als \u201ead libitum\u201c zu verstehen. Jeder sollte einmal ausprobieren, wie sich die Musik ver\u00e4ndert, wenn man wirklich alle Zus\u00e4tze spielt \u2013 und dann ausw\u00e4hlen, was nach seinem Geschmack am besten zum Charakter des Tanzsatzes passt.<\/p>\n<p>Einige S\u00e4tze sind in den annotierten Druckexemplaren so reich verziert worden, dass wir uns f\u00fcr einen Parallelabdruck der ornamentierten Variante im Anhang entschieden haben.<\/p>\n<p>Ein Unikum ist in diesem Zusammenhang die Gigue der Partita a-moll. Die korrigierten Druckexemplare \u00fcberliefern hier im zweiten Teil zahlreiche Notenkorrekturen, bei denen tief in die Struktur der Musik eingegriffen wurde. Irgendjemandem (Bach selbst?) scheint es nicht gefallen zu haben, dass die Umkehrung des Themas in der urspr\u00fcnglichen Druckfassung nicht konsequent gespiegelt wurde. Der Themenkopf lautet n\u00e4mlich in der Umkehrung so:<\/p>\n<div id=\"attachment_9198\" style=\"width: 474px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/01.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9198\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9198\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/01.jpg\" alt=\"\" width=\"464\" height=\"91\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/01.jpg 1233w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/01-300x59.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/01-1024x200.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/01-768x150.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 464px) 100vw, 464px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9198\" class=\"wp-caption-text\">Themenkopf Gigue a-moll.<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_9199\" style=\"width: 475px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/02.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9199\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9199\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/02.jpg\" alt=\"\" width=\"465\" height=\"92\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/02.jpg 1091w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/02-300x59.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/02-1024x203.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/02-768x152.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 465px) 100vw, 465px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9199\" class=\"wp-caption-text\">Umkehrung des Themenkopfes.<\/p><\/div>\n<p>Die beiden Wechselnoten <em>gis<\/em><sup>1<\/sup> werden zu den Noten <em>dis<\/em>, harmonisch zwar \u00fcberzeugend, aber m\u00fcssten diese Wechselnoten in der Umkehrung nicht konsequent nach oben statt nach unten gerichtet sein?<\/p>\n<p>Genau in diesem Sinne wurde in etlichen Exemplaren korrigiert:<\/p>\n<div id=\"attachment_9200\" style=\"width: 472px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/03.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9200\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9200\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/03.jpg\" alt=\"\" width=\"462\" height=\"92\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/03.jpg 1041w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/03-300x60.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/03-1024x205.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/03-768x153.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 462px) 100vw, 462px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9200\" class=\"wp-caption-text\">Korrektur der Umkehrung.<\/p><\/div>\n<p>Die \u201eBearbeiter\u201c gehen dabei unterschiedlich weit, denn diese Themenkorrektur zieht im weiteren Verlauf der Gigue Konsequenzen nach sich, die musikalisch nicht durchg\u00e4ngig als gelungen zu betrachten sind. Ullrich Scheideler hat die \u00fcberzeugendste \u201ekorrigierte\u201c Variante in den Hauptteil der Ausgabe \u00fcbernommen (die Gigue a-moll ist also zweimal hintereinander abgedruckt). Die eher spekulativen und weniger gelungenen Varianten sind hingegen nur als Notenbeispiel im kritischen Bericht enthalten<\/p>\n<div id=\"attachment_9201\" style=\"width: 630px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-KB-Notenbsp.-2.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9201\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9201\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-KB-Notenbsp.-2.jpg\" alt=\"\" width=\"620\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-KB-Notenbsp.-2.jpg 1093w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-KB-Notenbsp.-2-300x170.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-KB-Notenbsp.-2-1024x579.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-KB-Notenbsp.-2-768x434.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9201\" class=\"wp-caption-text\">Variante der Gigue nach Quelle E 2.3 (siehe <a href=\"https:\/\/www.henle.de\/media\/review\/0518.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quellenverzeichnis<\/a>).<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_9202\" style=\"width: 631px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-KB-Notenbsp.-3.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9202\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9202 \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-KB-Notenbsp.-3.jpg\" alt=\"\" width=\"621\" height=\"353\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-KB-Notenbsp.-3.jpg 1076w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-KB-Notenbsp.-3-300x171.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-KB-Notenbsp.-3-1024x582.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-KB-Notenbsp.-3-768x437.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 621px) 100vw, 621px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9202\" class=\"wp-caption-text\">Variante der Gigue nach Quelle E 3.2 (siehe <a href=\"https:\/\/www.henle.de\/media\/review\/0518.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quellenverzeichnis<\/a>).<\/p><\/div>\n<p>Also auch hier bietet die neue Ausgabe Varianten an, \u201e\u00f6ffnet\u201c den Text, und \u00fcberl\u00e4sst es dem Pianisten, eine Wahl zwischen den gleicherma\u00dfen quellenbasierten Lesarten zu treffen.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich am spektakul\u00e4rsten ist hingegen eine Variante, die nicht in den annotierten Druckexemplaren \u00fcberliefert ist, sondern in einer Abschrift. Eine gewisse Bach-N\u00e4he muss man bei dieser Abschrift aus verschiedenen Gr\u00fcnden unterstellen. Sie enth\u00e4lt unter anderem die langsame Einleitung der Partita c-moll in einer so stark verzierten Variante, dass die Struktur des bisher bekannten Notentextes geradezu \u00fcberwuchert wird. Auch wenn diese Verzierungspraxis durchaus auf Bachs Umfeld zur\u00fcckzuf\u00fchren ist \u2013 ob der Komponist eine Spielweise, die aus der Improvisation geboren ist, wirklich im Druck seines Werkes fixiert h\u00e4tte sehen wollen, bleibt fraglich. Daher findet sich diese Variante nur im Kritischen Bericht unserer Ausgabe als Notenbeispiel wieder \u2013 hier seien beide Fassungen einmal gegen\u00fcbergestellt:<\/p>\n<div id=\"attachment_9203\" style=\"width: 616px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-Vergleich-Nbsp-14.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9203\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9203\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-Vergleich-Nbsp-14.jpg\" alt=\"\" width=\"606\" height=\"587\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-Vergleich-Nbsp-14.jpg 897w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-Vergleich-Nbsp-14-300x291.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-Vergleich-Nbsp-14-768x744.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 606px) 100vw, 606px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9203\" class=\"wp-caption-text\">Partita c-moll, Fassung des Haupttextes.<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_9204\" style=\"width: 624px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-Nbsp.-122.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9204\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9204 \" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-Nbsp.-122.jpg\" alt=\"\" width=\"614\" height=\"491\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-Nbsp.-122.jpg 824w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-Nbsp.-122-300x240.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/01\/HN518-Nbsp.-122-768x615.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 614px) 100vw, 614px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9204\" class=\"wp-caption-text\">Verzierung der Partita c-moll nach Quelle AB Mu (siehe <a href=\"https:\/\/www.henle.de\/media\/review\/0518.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quellenverzeichnis<\/a>).<\/p><\/div>\n<p>Die Abbildung der Quelle finde sich <a href=\"https:\/\/www.bach-digital.de\/rsc\/viewer\/BachDigitalSource_derivate_00072535\/00000003.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Ich hoffe, diese Schlaglichter machen Sie neugierig auf die revidierte Ausgabe der Partiten. Es gibt wahrlich eine F\u00fclle derartiger Varianten zu entdecken, die f\u00fcr den spielerischen (aber immer quellengest\u00fctzten!) Umgang mit diesem Notentext eines der wichtigsten Klavierwerke Bachs \u00e4u\u00dferst anregend sind. Dabei hilft nicht zuletzt der f\u00fcr die Revision neu erstellte Fingersatz des Pianisten <a href=\"http:\/\/www.williamyoun.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">William Youn<\/a>, ein Fingersatz, der sich durch eine ganz besondere Ergonomie auszeichnet und \u00e4u\u00dferst sensibel den Sinn- und Phrasierungseinheiten der Musik Bachs nachsp\u00fcrt \u2013 die Neuausgabe ist also in mehr als einer Hinsicht ein wahrer Augen\u00f6ffner!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Leser (und Spieler!) werden es schon bemerkt haben: Nach &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2021\/01\/18\/ein-frischer-blick-auf-bachs-klavierpartiten\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[400,310,301,3,86],"tags":[47,801,702],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9194"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9194"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9194\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9218,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9194\/revisions\/9218"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9194"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9194"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9194"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}