{"id":9527,"date":"2021-07-19T08:00:38","date_gmt":"2021-07-19T06:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.henle.de\/blog\/de\/?p=9527"},"modified":"2021-07-16T10:32:14","modified_gmt":"2021-07-16T08:32:14","slug":"bach-busoni-eine-henle-erfolgsserie-mit-fortsetzungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2021\/07\/19\/bach-busoni-eine-henle-erfolgsserie-mit-fortsetzungen\/","title":{"rendered":"Bach-Busoni \u2013 eine Henle-Erfolgsserie mit Fortsetzungen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_9534\" style=\"width: 285px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Busoni_Ferruccio_gemeinfrei_Wiki-scaled.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9534\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9534\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Busoni_Ferruccio_gemeinfrei_Wiki-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"275\" height=\"183\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Busoni_Ferruccio_gemeinfrei_Wiki-scaled.jpg 2560w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Busoni_Ferruccio_gemeinfrei_Wiki-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Busoni_Ferruccio_gemeinfrei_Wiki-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Busoni_Ferruccio_gemeinfrei_Wiki-768x512.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Busoni_Ferruccio_gemeinfrei_Wiki-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Busoni_Ferruccio_gemeinfrei_Wiki-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 275px) 100vw, 275px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9534\" class=\"wp-caption-text\">Ferruccio Busoni (1866\u20131924)<\/p><\/div>\n<p>K\u00fcrzlich hat eine weitere Bach-Busoni-Ausgabe als Henle-Urtextausgabe ihren Weg auf den Musikalienmarkt gefunden: Die ber\u00fchmte <a href=\"https:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/?Titel=Toccata+d-moll+f%C3%BCr+Orgel+BWV+565+%28Johann+Sebastian+Bach%29_1479\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Orgeltoccata d-moll<\/a>, deren Beginn fast jedes Kind kennt und die Busoni kongenial auf das Klavier \u00fcbertragen hat.<!--more--><\/p>\n<p>Mit dieser Ausgabe legen wir die inzwischen vierte Folge unserer kleinen Reihe mit Werken aus der Bach-Busoni-Schmiede vor. Den Anfang machte die virtuose Bearbeitung der <a href=\"https:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/?Titel=Chaconne+aus+der+Partita+Nr.+2+d-moll+%28Johann+Sebastian+Bach%29_557\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Violinchaconne<\/a>, gefolgt von den herrlichen <a href=\"https:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/?Titel=Choralvorspiele+%28Johann+Sebastian+Bach%29_1293\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Choralvorspielen<\/a>, unter denen auch solche sind, die Hobby-Pianisten bew\u00e4ltigt k\u00f6nnen. <a href=\"https:\/\/www.henle.de\/de\/detail\/?Titel=Pr%C3%A4ludium+und+Fuge+D-dur+f%C3%BCr+Orgel+BWV+532+%28Johann+Sebastian+Bach%29_1376\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pr\u00e4ludium und Fuge D-dur<\/a> setzte die Reihe fort \u2013 und nun also die Toccata d-moll. Bei Pianisten erfreuen sich all diese Werke gr\u00f6\u00dfter Beliebtheit. Die Klavierwelt kann sich zwar wahrhaftig nicht \u00fcber einen Mangel an Repertoire beklagen, aber es geht doch ein ungeheurer Reiz von der Vorstellung aus, die Violinchaconne oder eben die drei klangm\u00e4chtigen Orgelwerke Bachs auch einmal auf dem Klavier zu erkunden, das kann ich als Freizeit-Pianist best\u00e4tigen. Busonis Bearbeitungen sind fast ausnahmslos virtuos, aber man kann sich auch als Durchschnittspianist an den Klangwirkungen berauschen, die Busoni hervorzaubert, indem er versucht, Eigenheiten des jeweiligen Originalinstruments durch raffinierte Tricks auf 88 Tasten zu \u00fcbertragen!<\/p>\n<p>Von der Chaconne und den Choralvorspielen war in <a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/category\/komponisten\/busoni_ferruccio\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zwei Blog-Beitr\u00e4gen<\/a> bereits die Rede. Inzwischen hat sich aber herausgestellt, dass die Herausgeber in allen vier Werken der Reihe immer wieder mit den gleichen Problemstellungen konfrontiert waren.<\/p>\n<p>Einerseits gibt es in diesen Bearbeitungsausgaben Stellen, an denen der Bearbeiter Busoni von seiner Originalvorlage abweicht. Dabei muss man sich allerdings h\u00fcten, vorschnell zu urteilen. Denn was hielt Busoni f\u00fcr das Bachsche Original? Ging er vielleicht von einem anderen Bach-Text aus als wir heute, gut 100 Jahre nach Busoni? Welche Vorlagen verwendete Busoni eigentlich? Wo unterlief Busoni ein Fehler, wo folgte er einfach seinen Vorlagen (die aus heutiger Sicht nicht immer den \u201erichtigen\u201c Text \u00fcberliefern) und wo wich er ganz bewusst von Bach ab?<\/p>\n<p>Der zweite Problemkomplex betrifft die jeweilige finale Werkgestalt dieser Bach-Busoni-Ausgaben. Denn Busoni hatte nach den jeweiligen Erstausgaben fast immer das, was man vielleicht am zutreffendsten als \u201esecond thoughts\u201c bezeichnen k\u00f6nnte. Er lie\u00df in Nachauflagen Details \u00e4ndern, teilweise aber ganze Passagen neu stechen. Dabei peinigte er oft seinen Verleger Breitkopf &amp; H\u00e4rtel und verlangte, dass die jeweiligen Vorauflagen vom Markt genommen werden m\u00fcssten. Schlie\u00dflich hatte er um 1910 das Bed\u00fcrfnis, all seine Bach-Bearbeitungen in einer \u201eBach-Busoni-Gesamtausgabe\u201c zu vereinen, wof\u00fcr Busoni abermals Revisionen vornahm. Unsere Urtextausgaben legen als Hauptquellen nat\u00fcrlich jeweils die Fassung letzter Hand zugrunde, wie sie im 3. Band der \u201eBach-Busoni-Gesamtausgabe\u201c 1916 erschien. Manche Lesarten der fr\u00fcheren Ausgaben kursieren jedoch unter Pianisten bis heute, auch wenn das sicher nicht in Busonis Sinn gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Aber nun genug der Theorie \u2013 was hei\u00dft das konkret im Kontext unserer neuesten Bach-Busoni-Ausgabe, der Toccata d-moll?<\/p>\n<div id=\"attachment_9535\" style=\"width: 223px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Johann_Sebastian_Bach.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9535\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9535\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Johann_Sebastian_Bach.jpg\" alt=\"\" width=\"213\" height=\"277\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Johann_Sebastian_Bach.jpg 1376w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Johann_Sebastian_Bach-231x300.jpg 231w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Johann_Sebastian_Bach-789x1024.jpg 789w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Johann_Sebastian_Bach-768x997.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Johann_Sebastian_Bach-1183x1536.jpg 1183w\" sizes=\"(max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9535\" class=\"wp-caption-text\">Johann Sebastian Bach (1685\u20131750)<\/p><\/div>\n<p>Am Beginn unserer Arbeit an dieser Ausgabe stand schon ein gro\u00dfes Fragezeichen: Ist die d-moll-Toccata \u00fcberhaupt von Bach? Busoni ging davon aus, und daher mussten auch unsere Herausgeber Christian Schaper und Ullrich Scheideler diese Authentizit\u00e4tsfrage nicht erneut aufrollen. Ein wenig beruhigt waren wir dennoch, dass die neueste Bach-Forschung durchaus von der Echtheit des St\u00fccks ausgeht und alles Nicht-Bachische damit erkl\u00e4rt, dass es sich wohl um einen sehr \u201efr\u00fchen Bach\u201c handelt. Ein weiterer Umstand war au\u00dfergew\u00f6hnlich: Standen uns bei allen vorherigen Bearbeitungen nur die vielfach korrigierten Erstausgaben Busonis als Quellen zur Verf\u00fcgung, hatten wir es bei der Toccata endlich einmal mit einem Autograph zu tun, das zudem auch noch Stichvorlage war! Welch faszinierende Einblicke in Busonis Arbeitsprozess <a href=\"http:\/\/resolver.staatsbibliothek-berlin.de\/SBB00019B9400000000\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dieses Dokument<\/a> bietet, davon kann man sich auf der Homepage der Staatsbibliothek zu Berlin \u00b7 Preu\u00dfischer Kulturbesitz \u00fcberzeugen. Man schaue sich einmal die zweite Notenseite mit ihren Durchstreichungen und Neufassungen an, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie Busoni hier an der geeigneten \u201eRegistrierung\u201c arbeitete.<\/p>\n<div id=\"attachment_9529\" style=\"width: 532px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Mus.Nachl_.F.Busoni-A-226_2.-Notenseite.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9529\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9529\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Mus.Nachl_.F.Busoni-A-226_2.-Notenseite.jpg\" alt=\"\" width=\"522\" height=\"662\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Mus.Nachl_.F.Busoni-A-226_2.-Notenseite.jpg 1200w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Mus.Nachl_.F.Busoni-A-226_2.-Notenseite-237x300.jpg 237w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Mus.Nachl_.F.Busoni-A-226_2.-Notenseite-808x1024.jpg 808w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Mus.Nachl_.F.Busoni-A-226_2.-Notenseite-768x973.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 522px) 100vw, 522px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9529\" class=\"wp-caption-text\">Busoni Autograph zu Toccata d-moll, 2. Notenseite. Staatsbibliothek zu Berlin Preu\u00dfischer Kutlturbesitz Mus.Nachl.F.Busoni A, 226.<\/p><\/div>\n<p>Die folgende 3. Notenseite schlie\u00dflich h\u00e4lt eine \u00dcberraschung bereit: Busoni klebte an dieser Stelle in sein Autograph einen Schnippsel aus einer gedruckten Ausgabe der Originalfassung f\u00fcr Orgel ein. Es handelt sich um den Beginn der Fuge, bei dem es ihm m\u00f6glicherweise zu l\u00e4stig war, die Noten erneut per Hand auszuschreiben, denn der zweistimmige, auf der Orgel <em>manualiter<\/em> zu spielende Beginn konnte weitgehend w\u00f6rtlich in die Klavierfassung \u00fcbernommen werden (man beachte aber auch hier die kleinen Retuschen Busonis, die Handverteilung betreffend, aber auch artikulatorisch-dynamische Zus\u00e4tze wie Staccatopunkte \u2013 mit dem Hinweis \u201enon troppo staccato\u201c \u2013 oder \u201emezza voce\u201c, \u201etenuto, quasi legato\u201c). Mit diesem eingeklebten St\u00fcck Druckausgabe schien jedenfalls eines klar: Da es sich um die Griepenkerl\/Roitzsch-Ausgabe (Peters, 1846) handelt, muss dies wohl Busonis Bearbeitungsvorlage gewesen sein. Wirklich? Christian Schaper und Ullrich Scheideler weisen in ihrem <a href=\"https:\/\/www.henle.de\/media\/review\/1479.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kritischen Bericht<\/a> minuti\u00f6s nach, dass trotz dieser Einklebung Busoni in erster Linie dem Text der alten Bach-Gesamtausgabe (Breitkopf &amp; H\u00e4rtel, 1867) folgt. Bei der Beurteilung etlicher Lesarten war diese Erkenntnis entscheidend. Warum aber Busoni dann ausgerechnet einen Ausschnitt aus einer anderen Ausgabe in sein Autograph einklebte, daf\u00fcr gibt es keine gute Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<div id=\"attachment_9536\" style=\"width: 592px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Mus.Nachl_.F.Busoni-A-226_3.-Notenseite.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9536\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9536\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Mus.Nachl_.F.Busoni-A-226_3.-Notenseite.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"737\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Mus.Nachl_.F.Busoni-A-226_3.-Notenseite.jpg 1200w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Mus.Nachl_.F.Busoni-A-226_3.-Notenseite-237x300.jpg 237w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Mus.Nachl_.F.Busoni-A-226_3.-Notenseite-808x1024.jpg 808w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Mus.Nachl_.F.Busoni-A-226_3.-Notenseite-768x973.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 582px) 100vw, 582px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9536\" class=\"wp-caption-text\">3. Notenseite mit Einklebung. Staatsbibliothek zu Berlin Preu\u00dfischer Kutlturbesitz Mus.Nachl.F.Busoni A, 226.<\/p><\/div>\n<p>Dass Busoni, wie oben angedeutet, an seinem Text auch nach der Erstausgabe aus dem Jahr 1900 weiter feilte, sollen zwei Details verdeutlichen. In T. 92, Z\u00e4hlzeit 2 folgt Busoni in Autograph und Erstausgabe zun\u00e4chst ziemlich w\u00f6rtlich dem Text Bachs.<\/p>\n<div id=\"attachment_9538\" style=\"width: 279px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Autograph-T.-92.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9538\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9538\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Autograph-T.-92.jpg\" alt=\"\" width=\"269\" height=\"160\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Autograph-T.-92.jpg 857w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Autograph-T.-92-300x178.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Autograph-T.-92-768x456.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 269px) 100vw, 269px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9538\" class=\"wp-caption-text\">Autograph, T. 92<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_9539\" style=\"width: 279px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/AGBG_T.92.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9539\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9539\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/AGBG_T.92.jpg\" alt=\"\" width=\"269\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/AGBG_T.92.jpg 674w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/AGBG_T.92-300x241.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 269px) 100vw, 269px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9539\" class=\"wp-caption-text\">Alte Bach Gesmtausgabe, T. 92<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In unserer Hauptquelle, der \u201eBach-Busoni-Gesamtausgabe\u201c und daher auch in unserer Ausgabe sieht die Stelle folgenderma\u00dfen aus:<\/p>\n<div id=\"attachment_9540\" style=\"width: 518px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Henle-Ausgabe-T.-92.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9540\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9540\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Henle-Ausgabe-T.-92.jpg\" alt=\"\" width=\"508\" height=\"262\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Henle-Ausgabe-T.-92.jpg 822w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Henle-Ausgabe-T.-92-300x155.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/Henle-Ausgabe-T.-92-768x396.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 508px) 100vw, 508px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9540\" class=\"wp-caption-text\">Version in der Bach-Busoni Gesamtausgabe und in der Henle Ausgabe, T. 92<\/p><\/div>\n<p>Ein relativ radikaler Eingriff gegen\u00fcber dem Original Bachs, wie ich finde, denn die 16tel-Kette der Oberstimme wird somit harsch unterbrochen. Busoni war bei seiner Entscheidung aber sicherlich von einem gesunden Pragmatismus geleitet: Im schnellen Tempo ist die Neufassung deutlich leichter spielbar, und der optisch starke Eingriff f\u00e4llt in der klanglichen Ausf\u00fchrung kaum ins Gewicht. Busoni entfernt sich von Bach, kommt aber uns Pianisten deutlich entgegen. Punktuell nimmt Busoni gar Ton\u00e4nderungen gegen\u00fcber der Vorlage vor, weil sich im Klaviersatz H\u00e4rten ergeben, die im weiteren Orgelsatz weniger ins Gewicht fallen.<\/p>\n<div id=\"attachment_9542\" style=\"width: 237px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-49_ABGA.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9542\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9542\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-49_ABGA.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-49_ABGA.jpg 774w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-49_ABGA-300x184.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-49_ABGA-768x472.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9542\" class=\"wp-caption-text\">Alte Bach GA, T. 49<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_9544\" style=\"width: 321px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-49_EA.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9544\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9544\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-49_EA.jpg\" alt=\"\" width=\"311\" height=\"128\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-49_EA.jpg 1358w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-49_EA-300x123.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-49_EA-1024x422.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-49_EA-768x316.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 311px) 100vw, 311px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9544\" class=\"wp-caption-text\">Busoni, Erstausgabe, T. 49<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_9546\" style=\"width: 514px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-49_EA_rev-1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9546\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9546\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-49_EA_rev-1.jpg\" alt=\"\" width=\"504\" height=\"193\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-49_EA_rev-1.jpg 1333w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-49_EA_rev-1-300x115.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-49_EA_rev-1-1024x393.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-49_EA_rev-1-768x294.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 504px) 100vw, 504px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9546\" class=\"wp-caption-text\">Busoni, Revidierte Erstausgabe, T. 49<\/p><\/div>\n<p>Schlie\u00dflich strich Busoni einige wenige \u201ead libitum\u201c-Passagen der Erstausgabe und entschied sich in der Bach-Busoni-Gesamtausgabe jeweils f\u00fcr nur eine g\u00fcltige Variante:<\/p>\n<div id=\"attachment_9547\" style=\"width: 2540px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-89f_EA.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9547\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9547 size-full\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-89f_EA.jpg\" alt=\"\" width=\"2530\" height=\"637\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-89f_EA.jpg 2530w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-89f_EA-300x76.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-89f_EA-1024x258.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-89f_EA-768x193.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-89f_EA-1536x387.jpg 1536w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-89f_EA-2048x516.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 2530px) 100vw, 2530px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9547\" class=\"wp-caption-text\">Erstausgabe, T. 89.<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_9548\" style=\"width: 2474px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-89f_EArev.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9548\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9548 size-full\" src=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-89f_EArev.jpg\" alt=\"\" width=\"2464\" height=\"597\" srcset=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-89f_EArev.jpg 2464w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-89f_EArev-300x73.jpg 300w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-89f_EArev-1024x248.jpg 1024w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-89f_EArev-768x186.jpg 768w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-89f_EArev-1536x372.jpg 1536w, https:\/\/blog.henle.de\/de\/files\/2021\/07\/T.-89f_EArev-2048x496.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 2464px) 100vw, 2464px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9548\" class=\"wp-caption-text\">Revidierte Erstausgabe, T. 89.<\/p><\/div>\n<p>All dies, das versteht sich von selbst, ist in unserer Urtextausgabe minuti\u00f6s nachgewiesen. Ich kann jedem Pianisten empfehlen, sich den Kritischen Bericht einmal vorzunehmen und nachzuverfolgen, wie Busoni bei der Bearbeitung mit seiner Bach-Vorlage umging. Er selbst sah jedenfalls \u201eseine\u201c d-moll-Toccata als einen H\u00f6he- und Schlusspunkt an. Im Widmungstext Busonis an den Pianisten Robert Freund schreibt er: \u201eMit der Ver\u00f6ffentlichung dieser \u201aToccaten\u2018 beschlie\u00dfe ich vorl\u00e4ufig eine Reihe \u00e4hnlicher und verwandter Arbeiten; die vorliegende z\u00e4hle ich zu meinen reifsten der Art\u201c.<\/p>\n<p>Warum spricht aber Busoni von \u201eToccaten\u201c? Nun, es war neben der d-moll-Toccata BWV 565 auch eine Bearbeitung von <em>Toccata, Adagio und Fuge<\/em> BWV 564 im Druck erschienen. Die gibt es zwar noch nicht im Henle-Urtext, aber unsere kleine Reihe mag in der Zukunft durchaus eine Fortsetzung finden\u2026<\/p>\n<p>Zum Abschluss hier noch eine <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=A_AtdOYbVmE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aufnahme von Claudius Tanski<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=WJ5eIxZ4cIc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Claire Huangci<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich hat eine weitere Bach-Busoni-Ausgabe als Henle-Urtextausgabe ihren Weg auf &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.henle.de\/de\/2021\/07\/19\/bach-busoni-eine-henle-erfolgsserie-mit-fortsetzungen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[310,52,472,3,819],"tags":[47,189],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9527"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9527"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9527\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9554,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9527\/revisions\/9554"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9527"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9527"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.henle.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9527"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}