Am 3. Fe­bru­ar 2016 – zum 117. Ge­burts­tag un­se­res Ver­lags­grün­ders Gün­ter Henle – er­blick­te die Henle Li­bra­ry App das Licht der Welt. Ein Jahr spä­ter dür­fen wir stolz sein: Sie hat ein­ge­schla­gen in der Mu­sik­welt! Tau­sen­de Mu­si­ker nut­zen sie re­gel­mä­ßig und sind be­geis­tert, be­son­ders von einem zen­tra­len Fea­ture: Den frei aus­wähl­ba­ren Fin­ger­sät­zen gro­ßer In­stru­men­ta­lis­ten.

„Darf Ur­text Fin­gersatz?“, um es in der Spra­che der Ge­ne­ra­ti­on der Di­gi­tal Na­ti­ves aus­zu­drü­cken. Diese Frage be­schäf­tigt un­se­ren Ver­lag seit sei­ner Grün­dung im Jahr 1948. Gün­ter Henle, selbst pro­fi­lier­ter Pia­nist, war über­zeugt, dass nur eine „prak­ti­sche Ur­text­aus­ga­be“ er­folg­reich sein kann. Und zur Pra­xis ge­hör­te für ihn un­trenn­bar auch die Spiel­hil­fe eines vor­ge­ge­be­nen Fin­gersat­zes (sowie der Strich­be­zeich­nung bei Strei­chern). Die Zah­len soll­ten ihm recht geben: Noch heute ver­kau­fen wir von un­se­ren Stan­dard­wer­ken des Kla­vier­re­per­toires etwa aus der Feder J. S. Bachs im Ver­gleich zu den Aus­ga­ben ohne Fin­gersatz etwa das Zehn­fa­che an Aus­ga­ben mit Fin­gersatz – beide Va­ri­an­ten haben wir seit Jah­ren im Pro­gramm. Und den­noch: Die teils ve­he­men­te Kri­tik, be­son­ders von Sei­ten der Pro­fi-Mu­si­ker, ist über die Jahr­zehn­te nie ver­stummt. Sie ist ab­so­lut nach­voll­zieh­bar: Fin­ger­sät­ze und Strich­be­zeich­nun­gen sind oft höchst in­di­vi­du­ell. Sie be­schrei­ben nicht nur eine tech­ni­sche Lö­sung eines Pro­blems, die je nach Schu­le völ­lig un­ter­schied­lich aus­se­hen kann, son­dern sie sind gleich­zei­tig auch Aus­druck der künst­le­ri­schen In­ter­pre­ta­ti­on. „Einer für alle, alle für einen!“ lässt sich auf Pa­pier nicht rea­li­sie­ren. Das ver­an­lass­te schon viele, sich Ge­dan­ken über eine ex­tra­va­gan­te Lö­sung zu ma­chen, zum Bei­spiel Ye­hu­di Men­u­hin.

Den Wunsch er­fül­len kann das di­gi­ta­le Me­di­um auf ein­zig­ar­tig ein­fa­che Weise:

Sie wol­len Ihre ei­ge­nen Fin­ger­sät­ze ein­ge­ben, ganz ohne Vor­ga­ben von an­de­ren? Wäh­len Sie „Keine Fin­ger­sät­ze“, legen Sie einen neuen Ein­rich­tungs­lay­er an und legen Sie los:

Sie kön­nen so­wohl frei­hän­dig mit einem Stift Ihre Ein­tra­gun­gen ma­chen als auch aus der Zei­chen­pa­let­te die ent­spre­chen­den Zei­chen aus dem Hen­le-Zei­chen­satz an die ge­wünsch­te Stel­le schie­ben.

Aber viel­leicht ge­fällt Ihnen der Fin­gersatz von David Ge­rin­gas gut und Sie wol­len nur ei­ni­ge we­ni­ge Zei­chen än­dern? Auch kein Pro­blem: Stel­len Sie den Ge­rin­gas-Fin­gersatz ein, legen Sie einen neuen Ein­rich­tungs­lay­er an und schon kön­nen Sie auf die­ser Basis ar­bei­ten:

Jedes ein­zel­ne Zei­chen aus Ge­rin­gas’ Ein­rich­tung lässt sich lö­schen (das blaue Kreuz zeigt es an), an jeder be­lie­bi­gen Stel­le kön­nen Sie Ihr Fin­gersatz­zei­chen er­gän­zen. Das Ganze wird au­to­ma­tisch in der Cloud ge­spei­chert, spä­tes­tens das nächs­te Mal, wenn Sie on­line sind. Und wenn Sie Ihre Ein­rich­tung mit an­de­ren Mu­si­kern tei­len wol­len, die eben­falls die App be­nut­zen, so steht dem eben­falls nichts im Wege: Der Sha­re-But­ton macht’s mög­lich:

Um Sie, liebe Mu­si­ker, nun mit mög­lichst in­ter­es­san­ten Aus­zeich­nun­gen zu ver­sor­gen, die aus­sa­ge­kräf­ti­ge Ver­glei­che er­mög­li­chen, un­ter­neh­men wir ei­ni­ges. Zu­nächst schau­en wir uns den Markt his­to­ri­scher Aus­ga­ben zu einem Werk an. Oft haben in der Ver­gan­gen­heit große Künst­ler den No­ten­aus­ga­ben ihren Stem­pel auf­ge­drückt, in dem sie ihre Fin­ger­sät­ze und Strich­be­zeich­nun­gen ver­öf­fent­lich­ten. Leo­nard Rose und Janos Star­ker sind sol­che Bei­spie­le für das Vio­lon­cel­lo, Leo­pold Auer und Carl Flesch für die Vio­li­ne, Eugen d’Al­bert für das Kla­vier.

Doch na­tür­lich woll­ten wir auch Neues bie­ten. Und so mach­ten wir uns auf die Suche nach Künst­ler­nach­läs­sen, in denen sich viel­leicht Schät­ze heben lie­ßen. Fün­dig wur­den wir unter an­de­rem in der Li­bra­ry of Con­gress: Im Nach­lass Hen­ryk Sze­ryngs etwa fan­den sich per­fekt auf­ge­ar­bei­te­te Be­zeich­nun­gen für die Vio­lin­so­na­ten von Lud­wig van Beet­ho­ven. Sie ste­hen nun ex­klu­siv in un­se­rer App zur Ver­fü­gung. Dies gilt auch für Wanda Lan­dows­kas Fin­ger­sät­ze zu den In­ven­tio­nen und Sin­fo­ni­en J. S. Bachs. Auch sie fan­den sich in Wa­shing­ton im Nach­lass der gro­ßen In­stru­men­ta­lis­tin und sind nun aus­schließ­lich in un­se­rer App ver­öf­fent­licht.

Die große Be­geis­te­rung an der App bei den mit un­se­rem Hause ver­bun­de­nen Künst­lern hat uns eben­falls eine in­zwi­schen be­acht­li­che Zahl an Bei­trä­gen be­schert: Chris­ti­an Tetzlaff und Lars Vogt be­zeich­ne­ten die Vio­lin­so­na­ten von Brahms – par­al­lel er­schien ihre wun­der­vol­le Auf­nah­me im Au­gust 2016 beim Label On­di­ne.

Tian­wa Yang, die unter an­de­rem Ende letz­ten Jah­res mit ihrer Neu­ein­spie­lung von Édouard Lalos Sym­pho­nie Es­pa­gn­o­le bei Naxos Fu­ro­re mach­te, hat uns ihre Be­zeich­nung für die App über­las­sen (und es kommt bald mehr!).

Und Nils Mön­ke­mey­er, der 2015 mit sei­nem Kla­vier­part­ner Wil­li­am Youn eine groß­ar­ti­ge CD mit bei­den Brat­schen­so­na­ten von Jo­han­nes Brahms bei Sony ver­öf­fent­lich­te, lie­fer­te uns eben­falls seine Fin­ger­sät­ze und Strich­be­zeich­nun­gen für die Henle Li­bra­ry App.

Zum 1. Ge­burts­tag un­se­rer App haben wir nun ein klei­nes Feu­er­werk an neuen Be­zeich­nun­gen – his­to­ri­schen wie ak­tu­el­len – vor­be­rei­tet. Freu­en Sie sich in die­ser Woche auf fol­gen­de Schman­kerl, die wir au­ßer­dem im Preis re­du­ziert haben, um Ihren Ap­pe­tit be­son­ders an­zu­re­gen:

1. Fin­ger­sät­ze zu sämt­li­chen Kla­vier­so­na­ten von Wolf­gang Ama­de­us Mo­zart aus der Feder von Ca­mil­le Saint-Saëns und Béla Bartók.

2. Jo­han­nes Brahms’ Vio­lin­so­na­ten be­zeich­net von Hen­ryk Sze­ryng, eine Erst­ver­öf­fent­li­chung nur in un­se­rer App.

3. Jo­han­nes Brahms’ Brat­schen­so­na­ten mit der Be­zeich­nung von No­bu­ko Imai, erst­mals und nur bei uns!

4. Frédéric Cho­pins Bal­la­den mit neuen und ex­klu­siv für uns ver­fass­ten Fin­ger­sät­zen von Wolf­ram Schmitt-Leo­nar­dy.

5. Die Be­zeich­nun­gen der bei­den Le­gen­den Ri­car­do Ricci und Ivan Ga­la­mi­an für Nicolò Pa­ga­ni­nis Ca­pric­ci.

Happy Bir­th­day, Henle Li­bra­ry App!

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