Die hier erzählte Anekdote ist zwar frei erfunden, könnte sich jedoch so oder ähnlich durchaus abgespielt haben; siehe dazu auch die gesicherten Belege in den Fußnoten[i]
Als uns der sechzehnjährige Ludwig Beethoven Mitte Februar 1787 besuchte, hing Meister Mozart seinen schönen Erinnerungen an Prag nach. Erst kurz zuvor war er zu uns nach Wien zurückgekehrt[ii] und hatte uns begeistert von seinem Besuch in der böhmischen Hauptstadt erzählt. Überschwänglich gefeiert und auf Händen getragen hätten sie ihn. Meister Mozart schwärmte regelrecht von „seinen Pragern“, die ihn „verstünden“[iii]. Die Gräfin Thun[iv] hatte ihm noch vor seiner Prag-Reise von einem gewissen „Ludwig Beethoven aus Bonn“ vorgeschwärmt, er „müsse“ ihn am Klavier hören. Er sei ein „göttlich Wunder“ (nun, das kennen wir ja …). Ohne seine Eltern werde dieser Ludwig alsbald hier nach Wien kommen, eigens um ihn, Mozart, zu sehen. Dieser Ludwig liebe seine Musik so sehr und er wünsche sehnlichst seinen Unterricht. Weiterlesen





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