Ich kann mich noch sehr genau erinnern, wie verärgert, ja empört ich über den 1984 herausgekommenen Mozart-Film „Amadeus“ war. Das war doch keinesfalls der Mozart, so wie ich ihn mir vorstelle. Sein infantiles Benehmen, sein dümmliches Gelächter, seine Dauer-Überdrehtheit: nein, das hatte nichts mit „meinem“ Mozart zu tun. Heute bin ich da viel entspannter, ja – ich bin sogar berührt, wenn ich selbst dabei sein darf, wenn „Salieri“ erstmals einen Ausschnitt aus Mozarts Gran Partita hört und sofort seine eigene Mediokrität erkennt, oder wenn „Mozart“ auf dem Totenbett „Salieri“ Teile seines Requiems diktiert, schweißgebadet, um seinen baldigen Tod wissend – und ich bin erschütterter Zeuge dieses Geschehens. Fast immer, wenn in diesem „Amadeus“-Film Mozarts Musik erklingt und ihre ungeheure emotionale Kraft sich in den Gesichtern der Schauspieler abbildet, wird meine eigene Emotion angeregt und herausgefordert, womöglich stärker als beim bloßen, bildlosen Zuhören. Spiegelung eigener, tiefsitzender Gefühle. Weiterlesen
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