Was wäre die Musik ohne Pausen?
Wir schließen uns an und legen mit den Blogtexten eine kleine Sommerpause ein.
Freuen Sie sich auf den nächsten Beitrag am 15. September 2014!
G. Henle Verlag
Was wäre die Musik ohne Pausen?
Wir schließen uns an und legen mit den Blogtexten eine kleine Sommerpause ein.
Freuen Sie sich auf den nächsten Beitrag am 15. September 2014!
G. Henle Verlag
Freunde des Humoristen Wilhelm Busch erinnern sich sicherlich an die Geschichte vom Meister Zwiel, der, in einer kalten Winternacht von einem Wirtshausbesuch zurückgekehrt, vor der Haustüre steht und vergeblich das Schlüsselloch für seinen bereit gehaltenen Schlüssel sucht.
Die Geschichte geht tragisch aus: Meister Zwiel verliert den Schlüssel und fällt auf der Suche nach ihm in ein Wasserfass, in dem er schließlich erfriert.
Ganz so gefährlich ist das Finale von Robert Schumanns Streichquartett F-dur op. 41 Nr. 2 für Bratschisten zwar nicht, aber es gibt eine Verbindung zu Meister Zwiel. Denn auch die Musiker haben gleichsam einen Schlüssel in der Hand, müssen aber das passende Schlüsselloch – sprich: die richtige Position für den Schlüssel – suchen. Weiterlesen
Betrachtet man die Themen der inzwischen über 70 Beiträge dieses Blogs, so befassen sich die meisten mit Fragen der musikalischen Notation – Vorzeichen, Tonhöhen oder Angaben zu Artikulation und Dynamik. Das ist natürlich nicht verwunderlich, steht doch die Arbeit mit den musikalischen Quellen und die Erstellung eines korrekten und verlässlichen Notentexts im Mittelpunkt unserer Arbeit. Weiterlesen
Im Jahre 1821 trafen drei berühmte Persönlichkeiten in Weimar zusammen: Goethe, Mendelssohn Bartholdy und Mozart. Mozart natürlich nicht leibhaftig, sondern in Form einer Originalhandschrift, die damals Goethe besaß (und die er eigenhändig auf Seite 2 mit „Mozart.“ kennzeichnete): Weiterlesen
Carl Nielsen (1865–1931) ist wohl zumeist als herausragender Symphoniker bekannt. Seine sehr ernsten, auch an der Welt und an sich krankenden Werke haben ihm nicht zuletzt den Spitznamen des „dänischen Strauß“ eingebracht. Der Henle-Verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht, die etwas andere kammermusikalische Seite dieses Komponisten zu zeigen und wird demnächst drei Bläserstücke mit Klavierbegleitung aus dessen frühen bis mittleren Schaffensphase herausbringen. Weiterlesen
Musiker unserer Tage mögen die oben gestellte Frage mit hochgezogenen Augenbrauen quittieren. Ist doch klar – Generalvorzeichnung gilt immer und für alle Oktavlagen, es sei denn sie wird durch Auflösungszeichen aufgehoben. Ein im Takt gesetztes Vorzeichen gilt genau für diese Note und für den ganzen Takt – nicht länger und nicht kürzer. Aber das war nicht immer so.
Zu Johann Sebastian Bachs Zeiten etwa galten andere Regeln. Generalvorzeichnung wurde zwar genauso gehandhabt wie in der heutigen Zeit, das im Takt gesetzte Vorzeichen galt jedoch nur für diese eine Note. Sollte die gleiche Note später im Takt noch einmal vorkommen, so musste das Vorzeichen erneut gesetzt werden, wenn es weiter gültig sein sollte. Weiterlesen
Wer sich mit Autographen Schuberts beschäftigt, stößt über kurz oder lang unweigerlich auf die berühmte Akzent-Frage, genauer gesagt: auf die Frage, ob an dieser oder jener Stelle mit dem notierten Zeichen ein Akzent oder eine Decrescendogabel gemeint ist. Während der moderne Notensatz beide Zeichen sehr deutlich voneinander trennt – der Akzent wird direkt zum Notenkopf gesetzt, die Gabel unter oder über das System –, sind sie entstehungsgeschichtlich eng verwandt. Als im auslaufenden 18. Jahrhundert die Schwellzeichen (Crescendo- und Decrescendogabel) als Alternative oder als Ersatz für die ausgeschriebenen Anweisungen crescendo und decrescendo aufkamen, entwickelte sich das Zeichen > als verkürzte Decrescendogabel. Der Zusammenhang wird etwa in Liedern Beethovens anschaulich. Weiterlesen
Der Grundgedanke hinter einer Urtext-Ausgabe ist bekanntlich, eine Komposition so herauszugeben, dass sie dem Willen des Autors entspricht, in der Regel in der abschließenden „Fassung letzter Hand“. Doch wie geht man damit um, wenn man es mit zwei Willen und einem letzten Händepaar zu tun hat…? Weiterlesen
Heute mal ein ganz und gar praktisches Thema für uns Klavierspieler und Pianisten: Vielleicht hat es sich noch nicht überall herumgesprochen: Es kommt beim Klavierspiel mehr auf das Auge als auf’s Ohr an! Als Klavierspieler/in hat man nur dann reelle Chancen auf einen Wettbewerbsgewinn, wenn man sein Spiel durch starke Körperbewegungen und Mimik verstärkt. Eine aktuelle, angeblich seriöse Studie beweist es: Laien wie Fachleute kürten nämlich beim bloßen Zusehen von tonlosen (!) Wettbewerbsaufnahmen dieselben (!) Gewinner wie die Fachjury desselben Wettbewerbs. Anders gesagt: Solides Klavierspiel vorausgesetzt entscheidet das Auge, nicht das Ohr. Oder noch anders: Die Jury hätte auch mit Ohropax in den Ohren dieselben Gewinner nominiert. Das gibt nun wirklich zu denken… Weiterlesen