Das Thema „Verzierungen“ in der Musik ist wahrlich uferlos. Wir haben es mit einem Phänomen zu tun, das sich an der Grenze zwischen Notation und Aufführung abspielt. Verzierungen sind im wahrsten Sinn des Wortes eine „Zierde“, die der Ausführende dem aufgeschriebenen oder gedruckten Notentext beigibt. Verzierungen oder Ornamente wurden in der älteren Musik daher meist erst gar nicht notiert. Die Aufführungstradition lehrte den Interpreten, an welchen Stellen er welche Auszierungen anbringen konnte. Eindrucksvoll zeigt etwa die Flötistin Rachel Brown in unserer Ausgabe der 12 Fantasien von Georg Philipp Telemann (HN 556), was man mit dem Notentext machen kann, ja muss, um ihn stilgerecht aufzuführen. Verzierung hat also im Kern immer mit Improvisation zu tun. Weiterlesen
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