Die Verwendung volksmusikalischer Elemente in der Kunstmusik hat bekanntlich eine lange, bis auf das Spätmittelalter zurückreichende Tradition. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts erhielt diese Praxis vor dem Hintergrund des aufstrebenden Nationalismus eine neue Bedeutung und Qualität. Diente sie so manchem Komponisten als demonstrativer Verweis auf die Verwurzelung mit seiner Heimat und zugleich als selbstbewusstes Gegengewicht zur damaligen Dominanz deutsch-österreichischer Musik – man denke etwa an Edvard Grieg oder Antonín Dvořák –, so führten andere Musiker mit großem Erfolg den exotischen Reiz fremdländischer Klänge vor.
Wie kaum ein anderer profitierte von der Mode solcher nationalen Idiome der Geigenvirtuose Pablo de Sarasate (1844–1908), der in seinen eigenen Kompositionen Anleihen an die Volksmusik zahlreicher europäischer Länder und Regionen machte. Weiterlesen →